Landeplatz in Bad Berleburg kann weiterhin nicht immer angeflogen werden

Samstag, den 02. November 2019 um 22:36 Uhr Verfasst von  Matthias Böhl
Rettungshubschrauber "Christoph Gießen" konnte heute erneut den Bad Berleburger Krankenhauslandeplatz nicht anfliegen und musste an die B 480 ausweichen. Rettungshubschrauber "Christoph Gießen" konnte heute erneut den Bad Berleburger Krankenhauslandeplatz nicht anfliegen und musste an die B 480 ausweichen.

BAD BERLEBURG. Der Hubschrauberlandeplatz am Bad Berleburger Krankenhaus wird durch die Johanniter Luftrettung auch weiterhin nicht angeflogen. Dazu besteht eine schriftliche Anweisung der Luftaufsicht im Unternehmen. „Wir haben unsere Einschätzung auch den anderen Luftrettungsunternehmen mitgeteilt. Ich weiß nicht, wie die Kollegen der anderen Betreiber es halten, aber wir werden dort nicht mehr anfliegen“, erklärte am Samstag ein Pilot der Johanniter Luftrettung. Zudem werde dies nicht einfacher – denn die Johanniter Luftrettung hat im Spätsommer einen neuen, noch größeren Hubschrauber in ihrer Flotte erhalten, der auch in Bad Berleburg zum Einsatz kommen könnte. „Mit der EC 155 wird es noch windiger und das können wir einfach nicht riskieren“.

Bereits im Sommer hatte der Hubschrauber der Johanniter nicht am Landeplatz anfliegen können, weil Erdhaufen und Baumaterialien zu nah am Landeplatz gelagert worden waren und den Anflug nicht mehr gefahrlos möglich machten. Außerdem lösten sich damals Farbteile der vorgeschriebenen Landeplatzmarkierung und flogen landenden Maschinen teilweise in den Heckrotor. Zwar hatte der damalige Klinikbetreiber Helios damals die Lackierung umgehend ausbessern lassen, mittlerweile zeigen sich aber auch hier erneute Mängel. Der Betreiber der Klinik hat mittlerweile gewechselt und das Haus wird vom Vamed Konzern unterhalten, der damit auch für den Landeplatz zuständig ist.

In der jüngeren Vergangenheit wurden an dem Landeplatz, der sich in einigen hundert Metern Entfernung zum Krankenhaus befindet, zwei Wohnhäuser errichtet, die mit der Bepflanzung oder Bebauung zumindest teilweise gefährlich nahe am Landeplatz liegen.

Die Anwohner, die damals den Bauplatz kauften, haben nach eigenen Angaben vom damaligen Klinikbetreiber Helios jedoch keine Vorgaben zur Beachtung bekommen und diese seien auf Nachfragen auch verneint worden. Auch Nachfragen beim Bauamt hätten keine Auflagen ergeben. Die Bepflanzung und Bebauung ist sogar noch jenseits der Grenze zum Landeplatzgrundstück. Wichtig ist den Anwohnern auch, dass sie die Rettungsflüge nicht stören möchten. Ganz im Gegenteil: "Nach dem Landeabbruch im Sommer haben wir mit dem Baubeauftragten der Klinik gesprochen und auch angeboten, der Klinik entgegenzukommen", erklärt eine Anwohnerin. Gehört haben sie seitdem aber nichts wieder.

Am Sasmtag war dringend der Einsatz eines Rettungshubschraubers erforderlich, um einen Patienten in eine Spezialklinik verlegen zu können. Der Pilot entschied sich, nachdem er auch den ursprünglich als Volleyballfeld genutzten Landesplatz der ehemaligen Herz-Kreislauf-Klinik, die zum selben Klinikkonzern Vamed gehört, nicht anfliegen konnte für eine Landung in einer Wiese direkt an der B 480. „Wir werden den Landeplatz am Krankenhaus in dieser Bebauungssituation nicht mehr anfliegen. Solange nichts passiert, ist alles immer gut. Aber wenn es zu einem Vorfall kommt, stehen wir dann mit großen Problemen da“, bedauerte der Pilot. Die Johanniter Luftrettung fliegt nicht nur mit „Christoph Gießen“ Einsätze in Bad Berleburg. Auch die Maschinen „Christoph Mittelhessen“ aus Reichelsheim, „Akkon Bochum“ aus Marl-Lohmühle, oder „Airrescue Nürburgring“ können in Bad Berleburg zum Einsatz kommen. Auch nachts ist der Einsatz der Hubschrauber aus Gießen und Marl möglich. In diesen Fällen müssen dann Ausweichplätze gefunden werden.

Der Rettungswagen der DRK Rettungswache holte am Samstag die Hubschrauberbesatzung an der Bundesstraße ab, fuhr zum Krankenhaus und übernahm dort nach der Übergabe und Transportvorbereitung den Patienten. Anschließend wurde die Hubschrauberbesatzung mit Patient wieder zum Hubschrauber gefahren und der Patient konnte dann in die Spezialklinik geflogen werden.

Auch am eigentlichen Landeplatz, der sich in unmittelbarer Nähe zur Rettungswache befindet, muss der Rettungswagen diesen Transfer übernehmen. Jedoch sind die Wegstrecken und Zeitverzögerungen dort deutlich kürzer.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation um den Landeplatz weiter entwickelt.

Zuletzt geändert am Montag, den 04. November 2019 um 18:56 Uhr