Unfall bei Erndtebrück: Zwei Männer schwer verletzt

Dienstag, den 22. Oktober 2019 um 14:19 Uhr Verfasst von  Matthias Böhl
Zwischen Erndtebrück und Rüppershausen verunfallten zwei Männer schwer. Zwischen Erndtebrück und Rüppershausen verunfallten zwei Männer schwer. Fotos: M. Böhl / 112-magazin.de

ERNDTEBRÜCK. Die Nacht war klar und kalt. Trotzdem fuhren zwei Männer mit offenem Cabrio durch Wittgenstein, augenscheinlich viel zu schnell. Das verraten nicht nur die Polizeibeamten vor Ort, auch die Spuren erzählen eine Geschichte.

Abrupt endete die Fahrt der beiden Skandinavier. Nicht aber auf der Straße. Sondern so tief im Wald, dass ihr bis zur Unkenntlichkeit zerstörtes Wrack von der Straße aus nicht mehr zu sehen war. Beide Männer wurden so schwer verletzt, dass sie aus eigener Kraft keine Hilfe mehr holen konnten. Gesehen werden konnten sie von dort, wo sie nun waren, nur schwer. Nachts ist die Straße zwischen Erndtebrück und Rüppershausen, das "Dille", ohnehin nicht so stark befahren.

Zum Glück hatte der BMW ein automatisches Notrufsystem installiert, dass einen Notruf mit Koordinaten absetzte. "VU, Person eingeklemmt", alarmierte die Leitstelle des Kreises Siegen-Wittgenstein in der Nacht zu Dienstag um 3.42 Uhr die Einsatzkräfte. Die DRK Rettungswagen aus Erndtebrück und Bad Laasphe, der Bad Laaspher Notarzt, die Feuerwehren aus Erndtebrück und Schameder, der Organisatorische Leiter Rettungsdienst des Kreises Siegen-Wittgenstein, später der Rettungshubschrauber "Christoph Gießen" und die Polizei aus Bad Berleburg und Bad Laasphe - sie alle eilten zum Dille, um den Menschen zu helfen, die sie nun so dringend brauchten.

"Die Verletzten wurden gerade befreit und in die Rettungswagen verbracht. Der Wagen hat einen Baum gefällt, der nun auf ihm liegt, der steht ganz unten im Wald. Schaut es Euch selbst an", wurden die Pressevertreter von Feuerwehreinsatzleiter Dietmar Born von der Erndtebrücker Feuerwehr empfangen. Zuvor hatten er und seine Kameraden bei der Rettung der beiden schwer, unter Umständen lebensgefährlich verletzten Männer geholfen. Außerdem hatten sie die Einsatzstelle großflächig ausgeleuchtet, den Brandschutz sichergestellt und später noch einen hervorragende Landeplatzeinrichtung für "Christoph Gießen" an der Bunkeranlage vorgenommen.

Die beiden Männer wurden von den Rettungskräften und dem Bad Laaspher Notarzt in den beiden Rettungswagen versorgt. Zuvor wurden die wichtigsten Maßnahmen und eine erste Untersuchung bereits noch im Unfallwrack vorgenommen. Die Spuren dort sprachen Bände.

Die Polizeibeamten sind noch dabei, etwas über die Personalien zu ermitteln. Sie suchen nach Ausweisen, persönlichen Daten, um zu wissen wer dort überhaupt verunglückt ist und wer informiert werden muss. Später steht zumindest fest, dass es sich um zwei Männer vermutlich aus den nordischen Ländern handelt, die scheinbar für ihre Firma bei einem Erndtebrücker Unternehmen arbeiten. Ein Schlüssel von einem Hotelzimmer wurde ebenfalls gefunden - zugeordnet werden konnte er noch nicht. Das ist nun eine der Aufgaben der Polizei.

Klar ist, dass der Wagen aus Richtung Erndtebrück kam und viel zu schnell war. "Er ist in der Rechtskurve geradeaus gefahren. Hat einen Baum getroffen und dessen Spitze abgebrochen. Dann hat der Wagen sich gedreht, ist in einen weiteren Baum eingeschlagen, der daraufhin abgebrochen ist, weggeschleudert wurde und teilweise über dem Wagen zum Liegen kam. Mit dem Heck traf er schließlich einen weiteren Baum." Was die Polizeibeamten da rekonstruiert haben, klingt wie aus dem Drehbuch eines Actionfilms. Doch die Spuren passen genau zur Unfallbeschreibung und es wird deutlich, wie schnell die beiden Männer unterwegs gewesen sein müssen.

Inzwischen ist der Hubschrauber in einer großen Wiese bei der Erndtebrücker Bunkeranlage gelandet. Einer der beiden Männer ist so schwer verletzt worden, dass es die einzig richtige Entscheidung war, ihn direkt nach der Erstversorgung nicht mit dem Auto zur Uniklinik Marburg zu bringen. Sein Begleiter wird unterdessen ins Siegener Jung-Stilling-Krankenhaus gefahren. Nach dem Start des Hubschraubers bauen die Kameraden der Löschgruppe Schameder ihre Ausleuchtung wieder ab - nach einem Lob des Piloten.

Auch im Wald, etwa einen Kilometer weiter, werden die Lampen ausgemacht. Der zerstörte BMW bleibt bis zum Tagesanbruch dort zurück und wird später abgeschleppt. Die Kreisstraße 33 blieb rund zwei Stunden lang voll gesperrt.

Zuletzt geändert am Dienstag, den 22. Oktober 2019 um 14:56 Uhr