Handel mit sieben Tonnen: Rauschgifthändler festgenommen

Donnerstag, den 17. Januar 2013 um 12:04 Uhr Verfasst von  Dennis Schmidt
Handel mit sieben Tonnen: Rauschgifthändler festgenommen Foto: Archiv

SCHWALMSTADT. Einen 29-jährigen Somalier hat eine Spezialgruppe des Landeskriminalamtes am Morgen des Donnerstag festgenommen. Er soll für die Einfuhr von sieben Tonnen Kaudrogen verantwortlich sein.

Beamte der "Ermittlungsgruppe Rauschgift" und des Zollfahndungsamts Frankfurt haben den Zugriff in Schwalmstadt durchgeführt. Das Amtsgericht Kassel hatte zuvor einen Haftbefehl erlassen.

Die Fahnder konnten nach mehrmonatigen Ermittlungen den Verdacht begründen, dass der 29-Jährige regelmäßig Lieferungen der Kaudroge KHAT aus den Niederlanden über Deutschland nach Dänemark, Norwegen und Schweden organisierte. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, vorwiegend deutsche Kuriere angeworben und diese mit Leihwagen verschiedener Firmen auf die Reise geschickt zu haben, um so die Transporte durchzuführen.

Bis zur Festnahme stellten die Beamten bereits drei Lieferungen mit 250 und zweimal 450 Kilo KHAT sicher. Insgesamt wird dem Beschuldigten der Transport von über sieben Tonnen im Wert von mehreren hunderttausend Euro vorgeworfen.

100.00 Euro hoher "dringlicher Arrest"
Ausgehend von der Höhe der bisher erwirtschafteten Gewinne hat das Amtsgericht Kassel neben dem Haftbefehl ebenfalls einen sogenannten dinglichen Arrest in Höhe von 100.000 Euro erlassen.

Bei KHAT handelt es sich um eine Frischpflanze mit berauschender Wirkung, die aus Afrika stammt und gekaut wird. Es entfaltet seine Wirkung nach drei- bis vierstündigem Zerkauen der Stängel. KHAT wird von Konsumenten auch mit Tabak vermischt geraucht oder als Tee getrunken. Das in den Blättern enthaltene Cathin unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz.

Einfuhr, Besitz sowie Handel und Konsum von KHAT sind in Deutschland verboten. KHAT kann psychisch abhängig machen und massive gesundheitliche Schäden hervorrufen. Der Schwarzmarktwert in den nordischen Ländern soll zwischen 150 und 250 Euro pro Kilogramm liegen.

Zuletzt geändert am Donnerstag, den 17. Januar 2013 um 12:15 Uhr