Polizei im Sondereinsatz: Großkontrolle gegen getunte Fahrzeuge

Dienstag, den 02. Oktober 2012 um 09:46 Uhr Verfasst von 
Die Polizei hat in den letzten beiden Wochen im Kreis Siegen-Wittgenstein eine Sonderkontrolle durchgeführt. Unter dem Einsatzstichwort „SE-Polo“ kontrollierten vier Beamte der Kreispolizeibehörde an verschiedensten Kontrollstellen im gesamten Kreisgebiet getunte und typenveränderte Fahrzeuge. Die Polizei hat in den letzten beiden Wochen im Kreis Siegen-Wittgenstein eine Sonderkontrolle durchgeführt. Unter dem Einsatzstichwort „SE-Polo“ kontrollierten vier Beamte der Kreispolizeibehörde an verschiedensten Kontrollstellen im gesamten Kreisgebiet getunte und typenveränderte Fahrzeuge. Fotos: Jörg Büdenbender

SIEGEN-WITTGENSTEIN. Die Polizei hat in den letzten beiden Wochen im Kreis Siegen-Wittgenstein eine Sonderkontrolle durchgeführt. Unter dem Einsatzstichwort „SE-Polo“ kontrollierten vier Beamte der Kreispolizeibehörde an verschiedensten Kontrollstellen im gesamten Kreisgebiet getunte und typenveränderte Fahrzeuge. Ein weiterer Schwerpunkt der Kontrollaktion war die Kontrolle von Fahrzeugen, die durch junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren gesteuert wurden. Wie die Beamten erklärten, gehört die Zielgruppe der jungen Erwachsenen zu den Hauptunfallverursachern, durch ihre mangelnde Fahrpraxis.

In den letzten beiden Wochen kontrollierten die Polizeibeamten von Bad Berleburg bis Burbach mehrere hundert Fahrzeuge, insbesondere auf technische Mängel und nicht ordnungsgemäße, zusätzlich montierte Fahrzeuggegenstände. Hierbei ergaben sich teilweise erschreckende Bilder.
 
So wurde bei einer Kontrollaktion in der Siegener Innenstadt beispielsweise eine 48-jährige Fahrzeugführerin aus Haiger angehalten, deren Fahrzeug, den Beamten schon auf den ersten Blick ein Dorn im Auge war. Bei näherem hinsehen wurde dann festgestellt, dass der TÜV des Fahrzeuges bereits im Juli abgelaufen war, weiterhin waren die Bremsen des Autos defekt. Die Weiterfahrt wurde der 48-Jährigen Fahrerin sofort untersagt. Weiterhin erwartet die Fahrerin jetzt eine Anzeige, ein Bußgeld in Höhe von 135 Euro sowie 3 Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg.

In einem weiteren Fall wurde eine 32-jährige Dame angehalten, deren Reifen gnadenlos abgefahren und zu alle dem auch die Lenkmanschette defekt war. Vor Ort spaßte die junge Fahrerin noch mit den kontrollierenden Beamten, bis sie hörte dass sie der Spaß neben der Reparatur nun 75 Euro kostet und sie zudem noch ihr Punktekonto in Flensburg gefüllt wird.

Schon wenige Augenblicke später, ging den Beamten ein Pkw-Fahrer ins Netz, der genau in die Zielgruppe der Fahranfänger gehörte, und zu dem noch mit einem Pkw unterwegs war, deren Betriebserlaubnis erloschen war. Die Folge, 135 Euro Bußgeld, 3 Punkte, Nachschulung sowie eine Verlängerung der Probezeit.

In einem weiteren Fall stellten die Polizisten bei einem angehaltenen Fahrzeug fest, dass dieses Schleifspuren an der Reifenaußenkante aufwies. Auch diesem Pkw-Fahrer wurde die Weiterfahrt untersagt. Er musste den defekten Reifen noch vor Ort wechseln um seine Fahrt fortsetzen zu dürfen. Obendrein erwartet ihn eine Anzeige, zusammen mit einem Bußgeld und ebenfalls 3 Punkten in Flensburg.

Mit Einbruch der Dunkelheit kamen dann noch mehr Fehler ans Tageslicht, insbesondere unerlaubte, zusätzlich eingebaute Beleuchtung. So wurde unter anderem in Weidenau ein Fahrzeug angehalten, bei dem im Kühlergrill zusätzliche blaue LED-Beleuchtung eingebaut worden war. Als der Fahrer die Beamten erspähte, schaltete er diese sofort, mit einem gezielten griff  aus und stellte sich später dumm. Doch der geschulte Blick des kontrollierenden Polizisten entgeht natürlich nichts. So nutzte es alles nichts, die Beleuchtung musste noch vor Ort ausgebaut werden. Nachdem der Fahrer dann vor Ort fertig geschraubt hatte, ging es zu dem Geschäftlichen Teil. Denn zusätzlich eingebaute Beleuchtung kostet 20 Euro in Form einer Ordnungswidrigkeit.

Wie Einsatzleiter Martin Rademacher erklärte, gibt es diese Sonderkontrollen bereits seit 2005 und wird zweimal jährlich durchgeführt. Zunächst gab es die Kontrollaktion nur in den Bereichen Kreuztal und Bad Berleburg, bis dann vor vier Jahren auch die restlichen Städte und Gemeinden des Siegerlandes hinzu kamen.