"Vermisster Jäger" gefunden - Notruf aus Spaß

Mittwoch, den 27. Juni 2012 um 14:31 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel

FRITZLAR. Die Polizei hat einen vermeintlich verletzten und vermissten Jäger aufgespürt - bei ihm handelte es sich um einen Lkw-Fahrer, der sich einen schlechten Scherz erlaubte und einen Notfall im Wald vorgaukelte.

Nach intensiven Ermittlungen und großem Einsatz und der Anteilnahme vieler Menschen wurde der Anruf, der in der Nacht zu Dienstag beim Krankenhaus in Fritzlar eingegangen war (wir berichteten), von der Polizei aufgeklärt. Es sei nur ein Spaß gewesen, wie der Anrufer inzwischen zugab. Die Polizei ermittelte am Mittwochmittag die Telefonnummer, von der aus beim Krankenhaus in Fritzlar angerufen worden war. In der Folge gelang es dann auch, den Besitzer des Handys zu erreichen. Nach anfänglichem Zögern gestand der Mann ein, den Hilferuf per Handy an das Krankenhaus in Fritzlar gerichtet zu haben.

Die Hintergrundgeräusche, die die Angerufene im Krankenhaus beschrieben hatte, Hundegebell und Tiergeräusche, kamen von einer CD, die der Mann in seinem Lastwagen hatte. Er hielt sich zu diesem Zeitpunkt beruflich in Fritzlar auf. Es handelt sich um einen Lkw-Fahrer aus Nordrhein-Westfalen, der einen Tankstopp in Fritzlar eingelegt hatte. Während dieses Stopps sei ihm spontan die Idee gekommen. Ebenso eine spontane Idee sei es gewesen, das Krankenhaus für den Spaß auszuwählen.

Die Polizei wird nach Angaben ihres Sprechers Reinhard Giesa ein Ermittlungsverfahren wegen Missbrauchs von Notrufen gegen den Mann einleiten. Ob der Lkw-Fahrer die Kosten für die Suche nach ihm tragen muss, muss den Angaben noch geprüft werden. Der Mann habe durch sein Verhalten nicht nur Ängste bei der Mitarbeiterin der Klinik ausgelöst, sondern auch eine Vielzahl von Menschen im Ungewissen gelassen und nicht zuletzt zahlreiche Polizisten und weitere hilfsbereite Menschen auf die Suche geschickt. Sie alle hätten eine schwer verletzte Person im Wald vermutet.