Zusammenstoß mit Wisent - Wisent stirbt, Fahrer hat Glück im Unglück

Freitag, den 15. November 2019 um 13:10 Uhr Verfasst von  Matthias Böhl
Die Wisentkuh überlebte den Unfall leider nicht. Die Wisentkuh überlebte den Unfall leider nicht. Fotos: Matthias Böhl, 112-Magazin

HOHELEYE. Ein folgenschwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Freitagmorgen auf der B 236 bei Hoheleye. Ein 48-jähriger Pkw Fahrer aus Winterberg ist dabei mit einem Wisent kollidiert. Der Mann wurde verletzt, erlitt einen Schock und wurde ins Krankenhaus gebracht, das Wisent war auf der Stelle tot.

Folgenschwer wohl auch deshalb, weil das Wisentprojekt in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik geraten war. Auch die Verkehrsgefährdung hatte dabei eine Rolle gespielt. Immer wieder war die frei lebende Wisentherde an unterschiedlichen Stellen auf der Straße aufgetaucht. Viele Autofahrer hielten dann bedauerlicherweise an, um die imposanten Tiere zu fotografieren und provozierten so gefährliche Situationen. Am Freitagmorgen hat Leitkuh D´arelia diese Begegnung mit einem Auto mit ihrem Leben bezahlt. Noch in der Dunkelheit und bei Nebel auf den Höhen war es zu dem Unfall gekommen. Der 48-jährige Winterberger war von Hoheleye kommend in Richtung Albrechtsplatz unterwegs, als es in Höhe einer Einmündung zur Kollision kam. Die Wisentkuh hatte mit ihrer Herde die B 236 überquert. Der Mann konnte einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Nach der Spurenlage vorn Ort muss die rund 400 Kilogramm schwere Kuh frontal getroffen worden und in die Beifahrerseite des Pkw eingeschlagen sein. Sie blieb tödlich verletzt auf der Straße liegen. Der Seat des Winterbergers fuhr noch einige Meter weiter, und blieb dann schwer beschädigt auf der Straße stehen. Die Windschutzscheibe des Wagens war zerbrochen und Teile davon in den Fahrerbereich des Pkw eingeschlagen. Der Mann wurde nach dem Aufprall vor Ort durch den Rettungsdienst versorgt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Wie schnell der Pkw unterwegs war, dazu konnten zunächst keine Angaben gemacht werden.

Die restlichen Tiere der Wisentherde warteten nach dem Aufprall wenige Meter unterhalb in einer Wiese auf ihre Kuh. Hinweisschilder warnen in dem Gebiet schon seit längerem vor einer möglichen Querung der Wildrinder, die im Rahmen eines europaweit einzigartigen Artenschutzprojektes ausgewildert wurden. Bei der getöteten Kuh, so hieß es vor Ort, handele es sich um eines der in 2013 ausgewilderten Tiere. Das Wisent war mit einem Sendehalsband versehen.

Nach der Unfallaufnahme wurde der schwer beschädigte Pkw abgeschleppt. Das tote Wisent wurde zunächst mit einem Pickup des Wisentträgervereins von der Straße gezogen und anschließend mit einem Kran des Abschleppunternehmers auf den Pickup geladen und abtransportiert. Ersten Informationen zu Folge war das Tier nicht trächtig, könnte aber möglicherweise ein Kälbchen aus dem Frühsommer führen. Während der Rettungs- und Bergungsarbeiten kam es zu Behinderungen im Bereich der Unfallstelle.

Zuletzt geändert am Freitag, den 15. November 2019 um 13:20 Uhr