Tochter erschossen, Frau lebensgefährlich verletzt, Selbstmord

Montag, den 03. Juli 2017 um 09:09 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel

MARBURG. Nach der Bluttat in Marburg mit zwei Toten haben Staatsanwaltschaft und Polizei die Tat rekonstruiert: Demnach tötete ein 52-Jähriger seine Tochter, verletzte seine von ihm getrennt lebende Ehefrau lebensgefährlich und brachte sich dann um.

"Aufgrund der Tatortarbeit am Wochenende gehen die Ermittlungsbehörden momentan von einem Tötungsdelikt im familiären Umfeld aus. Diesbezüglich laufen aber noch weitere Untersuchungen", hieß es am Montag in einer gemeinsamen Erklärung von Polizei und Staatsanwaltschaft zu der Bluttat von Samstag. Alle Beteiligten stammen demnach ursprünglich aus dem Kosovo. Für den mutmaßlichen Täter bestand den Angaben zufolge bezüglich seiner Familie ein gerichtlich verfügtes Annäherungsverbot.

Der getrennt lebende 52-jährige Ehemann, der zuletzt in Nordrhein-Westfalen wohnhaft war, betrat am Samstagnachmittag das Mehrfamilienhaus im Südviertel. Dort kam es in der Wohnung mit der ehemaligen Frau, ebenfalls 52 Jahre alt, zu einem heftigen Streitgespräch. Als die 27-jährige Tochter den Streit bereits beim Betreten des Gebäudes hörte, alarmierte sie die Polizei und ging dann zur Wohnungstür. Der Vater öffnete und erschoss sofort seine Tochter. Im Anschluss schoss er in der Wohnung auf seine Frau, verletzte sie lebensgefährlich und tötete sich anschließend selbst.

Bei der Tatwaffe handelt es sich um einen Revolver. Auch zu dessen Herkunft laufen momentan intensive Ermittlungen. Die Polizei stellte in Tatortnähe den von dem mutmaßlichen Täter benutzten Mietwagen sicher. Bei der 52-jährigen Frau besteht nach wie vor Lebensgefahr. (ots/pfa)  

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Zuletzt geändert am Montag, den 03. Juli 2017 um 09:39 Uhr