Leichen am Richtsberg? - Polizei klärt auf

Mittwoch, den 14. Juni 2017 um 05:05 Uhr Verfasst von  Christopher Rohde
Die Polizei klärt auf Die Polizei klärt auf Symbolbild: pfa/Archiv

MARBURG. Seit Montag, 12. Juni kursiert unter der Überschrift "7 Leichen am Richtsberg" ein Beitrag im Netz, der einer offiziellen Pressemeldung ähnelt, jedoch jeglicher Grundlage entbehrt und von vorne bis hinten frei erfunden wurde, teilte gestern Pressesprecher Martin Ahlich mit.  Die Polizei Marburg hat mittlerweile die Staatsanwaltschaft um Prüfung rechtlicher Schritte gebeten. Inzwischen klickte schon eine sechsstellige Zahl von Menschen auf den Beitrag. Viele nahmen diese Schreckensnachricht für bare Münze, waren verängstigt und verunsichert, kommentierten entsprechend und leiteten die Nachricht, leider ohne sich an offizieller Stelle zuvor mal rück zu versichern, weiter.

Mit solchen Meldungen werden Menschen einfach nur in völlig unsinniger Weise verängstigt und beunruhigt. Um derartige Auswüchse und Folgen zu vermeiden, bittet die Polizei darum, sich vor der Weiterverbreitung von solchen oder gleichartigen Nachrichten seriöser Informationsquellen zu bedienen. Auch eine vorherige Recherche im Internet über den Verbreiter der Nachricht bringt wichtige Informationen.

In diesem Fall nämlich stammt die Nachricht von einem Portal, auf dem jeder seine eigenen Fake News kreieren und generieren kann, um mit absolut echtaussehenden, jedoch völlig fiktiven Meldungen bewusst zu täuschen. Das Aussehen der Fake News ähnelt tatsächlichen Internetseiten oder Blog-Einträgen mit Titelbild und Überschrift. Alles ist zur Verbreitung im Netz gedacht und steht in dem Internetportal unter dem Motto: Erstelle deinen Witz in wenigen Sekunden oder Erfinde dein eigenen Fake News und lege alle deine Freunde rein! Du kannst deine erfundenen Nachrichten auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken teilen. Worauf wartest du noch? Lass den Spaß beginnen!

"Trotz des Hinweises, dass sich jeder Verfasser, sofern sein Beitrag die öffentliche Ordnung beeinträchtigt, mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen muss, kam es zu diesem Beitrag, der definitiv weder lustig noch spaßig ist. Hier ist die Grenze deutlich überschritten", so Martin Ahlich von der Marburger Polizei.

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Zuletzt geändert am Mittwoch, den 14. Juni 2017 um 05:26 Uhr