47.000 Euro: Aufmerksame Zeugin vereitelt Enkeltrick

Mittwoch, den 20. April 2016 um 12:22 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Die 95-Jährige versuchte vergeblich, am Geldautomaten 47.000 Euro für ihren "Enkel" abzuholen. Die 95-Jährige versuchte vergeblich, am Geldautomaten 47.000 Euro für ihren "Enkel" abzuholen. Foto: ots/Archiv

KASSEL. Einer aufmerksamen Zeugin ist es zu verdanken, dass Enkeltrick-Betrüger im Kasseler Stadtteil Bad Wilhelmshöhe nicht zum Zuge kamen: Eine 95-jährige Bewohnerin eines Altenheims hätte um ein Haar 47.000 Euro an die Täter verloren.

Die betagte Dame hatte am Montag gegen 16.15 Uhr den Anruf ihres vermeintlichen Enkels erhalten. Dieser gab laut Polizeibericht von Mittwoch an, in großer finanzieller Not zu sein. Er müsse noch am selben Tag bei einem Notar in Kassel Schulden von 47.000 Euro begleichen, um nicht in größere Schwierigkeiten zu geraten. Darum bat er seine "Oma", ihm kurzfristig auszuhelfen und das Geld von der Bank zu holen. Als die gesundheitlich beeinträchtige Dame in ihrer Aufregung versuchte, das Geld an einem Geldautomaten abzuheben und dabei scheiterte, sprach sie eine 41-jährige Passantin an und bat diese, ihr zu helfen.

Versucht, 47.000 Euro am Automaten abzuheben
Die angesprochene Frau wurde jedoch stutzig, als sie hörte, welche Summe die 95-Jährige am Automaten abheben wollte. Sie vermutete, dass die Seniorin auf eine Betrugsmasche hereingefallen war, und verständigte sofort die Polizei. Wie die weiteren Ermittlungen der Streife des Polizeireviers Süd-West ergaben, hatte die 41-Jährige richtig gelegen und vorbildlich gehandelt. Der Anruf bei der 95-Jährigen war nicht von ihrem Enkel gekommen, sondern von Betrügern.

Die Ermittlungen zu den Tätern durch die für Betrugsdelikte zuständigen Beamten des Kommissariats 23/24 der Kasseler Kripo dauern an. Wie die Ermittler in diesem Zusammenhang berichten, versuchten Betrüger in der Vergangenheit eher selten ihr Glück bei Bewohnern von Altenheimen. Dort war ihnen das Risiko, beim Betrug aufzufliegen, scheinbar zu groß. Mittlerweile verzeichnen sie jedoch einen Anstieg solcher Fälle. Sie vermuten, dass die Täter nun auch dieses Risiko in Kauf nehmen, da viele Senioren und deren Angehörige wachsam im Hinblick auf solche Betrügereien geworden sind und diese Masche immer häufiger durchschauen.

Im aktuellen Fall bitten die Ermittler Zeugen, die Hinweise auf die Täter geben können, sich unter der Telefonnummer 0561/9100 bei der Kasseler Polizei zu melden.

Zuletzt geändert am Mittwoch, den 20. April 2016 um 13:54 Uhr