Rauchmelderprüfung stellt sich als Trickbetrug heraus - Geld weg

Donnerstag, den 28. Januar 2016 um 16:28 Uhr Verfasst von  Klaus Rohde
Die Polizei sucht nach Zeugen Die Polizei sucht nach Zeugen Foto: Pfannstiel (Archiv)

KASSEL. Bislang unbekannte Trickdiebe ergaunerten am gestrigen Mittwoch mit unterschiedlichen Maschen Bargeld und Schmuck. In der Südstadt ergaunerten drei Frauen mit dem sogenannten Tuchtrick Schmuck einer 90-Jährigen, in Oberzwehren gab ein unbekannter Mann vor, den Rauchmelder in der Wohnung eines 79-Jährigen überprüfen zu müssen und erbeutete dabei das Portemonnaie des Rentners. In einem weiteren Fall in Oberzwehren, scheiterte offenbar derselbe Mann an der Wohnung gegenüber einer 16-Jährigen. Auch hier wollte er die Rauchmelder überprüfen, die Jugendliche hatte aber zuletzt aus den örtlichen Medien von der Masche gehört und den Mann an der Tür abgewiesen.

Angeblich Medikamente für Nachbarin:

Den Ablenkungstrick mit dem Tuch wandten die drei unbekannten Frauen gegen 13.45 Uhr in der Franz-Treller-Straße an. Eine etwa 40 Jahre alte Frau klingelte an der Wohnungstür der 90-Jährigen und bat diese, Medikamente für eine Nachbarin anzunehmen und diese dafür zunächst einzupacken. In der Absicht zu helfen, ließ die Rentnerin die Frau in ihre Wohnung. Während des Einpackens breitete die Unbekannte plötzlich ein großes gelbes Tuch aus und versperrte so die Sicht der Rentnerin. Als die Enkelin der 90-Jährigen an der Tür klingelte, verließ die Unbekannte die Wohnung. Allerdings kamen der Enkelin im Treppenhaus insgesamt drei Frauen entgegen. Die 90-Jährige schaute daraufhin nach ihren Wertsachen und bemerkte, dass ihr Schmuck im Wert von mehreren Tausend Euro fehlt, darunter Erbstücke, die mit Geld nicht wieder zu beschaffen sind. Die drei Frauen sollen alle um die 40 Jahre alt und zwischen 155 und 165 cm groß gewesen sein. Das Opfer beschrieb sie mit dunklen, zum Zopf gebundenen Haaren und mit südosteuropäischen Erscheinungen.

Rauchmelder sollten überprüft werden:

Gegen 10 Uhr klingelte ein unbekannter Mann an der Wohnungstür eines 79-Jährigen in der Theodor-Haubach-Straße und gab vor, die Rauchmelder in seiner Wohnung überprüfen zu müssen. Nachdem der Mann sich die Rauchmelder angeschaut hatte und dem Rentner mündlich bescheinigte, dass alles okay sei, verließ er die Wohnung. Anschließend bemerkte der 79-Jährige, dass seine Geldbörse mit Bargeld und seinen persönlichen Papieren fehlte. Er beschrieb den Täter als Südländer, mit einer Größe von etwa 170 cm und einem Alter von ca. 35 Jahren. Möglicherweise denselben Täter wies eine 16-Jährige am Nachmittag gegen 16.20 Uhr in der Straße "Im Füllchen" ab. Auch hier sprach der Mann vor und bat um Einlass in die Wohnung, um die Rauchmelder zu überprüfen. Die Jugendliche ließ den Mann nicht in die Wohnung, woraufhin dieser unverrichteter Dinge verschwand. Ihre Täterbeschreibung ähnelte der, die der Rentner am Morgen abgab.

 

In allen Fällen bitten die für Trickdiebstahl zuständigen Beamten des Kommissariats 21/22 der Kasseler Kripo Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, sich unter der Rufnummer 0561/ 9100 bei der Kasseler Polizei zu melden.

Die Polizei rät, grundsätzlich keine Fremden in die Wohnung zu lassen. Insbesondere Trickdiebe sind bei ihren Maschen sehr kreativ. Mal wird um ein Glas Wasser gebeten, mal eine Nachricht oder Päckchen für den Nachbarn abgegeben. In allen Fällen versuchen die Täter in die Wohnungen ihrer Opfer zu gelangen. Im Hinblick auf die gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder gilt, dass Polizei, Feuerwehr und andere Behörden nicht die tatsächliche Installation oder die Funktionstüchtigkeit überprüft. Für den Einbau und die Überprüfung sind die Eigentümer selbst verantwortlich.

 

Zuletzt geändert am Donnerstag, den 28. Januar 2016 um 16:37 Uhr