Auf freier Strecke: Senior hält Zug an, zu Fuß zum Bahnhof

Mittwoch, den 04. März 2015 um 15:36 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Kassel-Hauptbahnhof hat ein 76 Jahre alter Reisender den Zug angehalten. Dann ging er zu Fuß zurück in Richtung Bahnhof Wilhelmshöhe. 16 Züge hatten danach Verspätung. Zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Kassel-Hauptbahnhof hat ein 76 Jahre alter Reisender den Zug angehalten. Dann ging er zu Fuß zurück in Richtung Bahnhof Wilhelmshöhe. 16 Züge hatten danach Verspätung. Foto: pfa/Archiv

KASSEL. Ein 76 Jahre alter Mann aus Stuttgart hat am Dienstagnachmittag für Aufregung am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe und auch am Kasseler Hauptbahnhof gesorgt. Der Rentner hielt zwischen Hauptbahnhof und Wilhelmshöhe auf halber Strecke zunächst einen Nahverkehrszug an, dann stieg er aus und lief an den Gleisen zurück nach Wilhelmshöhe. Allerdings wurde er schon kurz vor dem Ziel in Empfang genommen: Eine Streife der Bundespolizei zog ihn im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Verkehr.

Die Vorgeschichte: Der Reisende war zuvor mit dem Regionalexpress aus Meschede in Kassel-Wilhelmshöhe angekommen und wollte in einen ICE in Richtung Stuttgart umsteigen. Weil er aber plötzlich glaubte, sein vermisstes Handy im Regionalexpress vergessen zu haben, ging er zurück zu diesem Zug an Gleis 10 - und stieg ein. Aber in diesem Moment gingen die Türen dieser Bahn zu - der Regionalexpress fuhr von Wilhelmshöhe weiter in Richtung Kasseler Hauptbahnhof.

Dadurch geriet der 76-Jährige offensichtlich in Panik: Nach ersten Ermittlungen betätigte der Rentner nach etwa einem Kilometer widerrechtlich die Notentriegelung einer Tür - worauf der Lokführer den Zug stoppte. Danach stieg der Senior auf halber Strecke aus dem Zug aus und marschierte an den Gleisen entlang zu Fuß zurück in Richtung ICE-Bahnhof. Dort nahm ihn eine Streife der Bundespolizei schon kurz vor dem Ziel in Empfang.

Die Beamten belehrten den Stuttgarter über sein Fehlverhalten. Durch den Vorfall verspäteten sich 16 nachfolgende Züge um rund eine Viertelstunde. Die Bundespolizei in Kassel leitete gegen den Senior aus dem Schwabenland bereits ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Missbrauchs von Nothilfemitteln ein.

Zuletzt geändert am Mittwoch, den 04. März 2015 um 18:24 Uhr