Enkeltrick: Betrüger wollten Rentnerin um 20.000 Euro prellen

Montag, den 12. Januar 2015 um 13:21 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
In Gladenbach-Römershausen wollten Trickbetrüger eine Seniorin um 20.000 Euro prellen. Das Vorhaben scheiterte an einer aufmerksamen Bankmitarbeiterin. In Gladenbach-Römershausen wollten Trickbetrüger eine Seniorin um 20.000 Euro prellen. Das Vorhaben scheiterte an einer aufmerksamen Bankmitarbeiterin. Foto: pfa/Archiv

GLADENBACH/MARBURG. Eine Seniorin aus Gladenbach-Römershausen wollten Unbekannte am Freitag mit dem "Enkeltrick" um ihre Ersparnisse in Höhe von 20.000 Euro bringen. Die alte Frau hatte Glück: Weil sie das Geld in einer Bank in Gladenbach abheben musste, schaltete eine aufmerksame Bankmitarbeiterin sofort - sie alarmierte die Polizei und machte dem betrügerischen Treiben damit schnell ein Ende.

Laut Polizei meldete sich ein Anrufer am Freitagvormittag gegen 11 Uhr telefonisch bei der Frau im Gladenbacher Ortsteil Römershausen und bat um Bereitstellung von 20.000 Euro. Der fließend Deutsch sprechende Mann überzeugte die Rentnerin davon, dass eine Enkelin dringend Bargeld für den Kauf einer Immobilie benötige. Der dreiste Anrufer bestellte der gutgläubigen Frau sogar ein Taxi, damit sie das Geld in einer Bank in Gladenbach abheben könne. Dort machte dem Betrüger aber eine aufmerksame Bankmitarbeiterin einen Strich durch die Rechnung. Sie wurde durch die Erzählungen der Seniorin misstrauisch und alarmierte die Polizei.

Ähnliche Fälle in Marburg
Auch bei zwei ähnlichen Vorfällen ebenfalls am Freitagvormittag im Stadtgebiet von Marburg hatten die Betrüger kein Glück. Die von den Betrügern ausgewählten Opfer stellten die richtigen Fragen und nahmen den Verdächtigen schnell die Lust an einem weiteren Vorgehen, berichtete die Polizei. Hinweise zu verdächtigen Sachverhalten und Beobachtungen nimmt die Kriminalpolizei in Marburg unter der Telefonnummer 06421/4060 entgegen.

Tipps der Ermittler
Der Tipp der Polizei in diesem Zusammenhang: Niemals Geld an unbekannte Personen übergeben. Angerufene Personen sollten immer misstrauisch sein, wenn sich Anrufer, ohne ihren Namen zu nennen, als Verwandte, Bekannte oder Freunde ausgeben. "Lassen Sie sich auch nicht dazu verleiten, zu raten, wer Sie anruft. Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis", sagt die Polizei.

Nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen sollte man immer sofort persönliche Rücksprache mit den betroffenen Angehörigen ausschließlich unter den bekannten Telefonnummern nehmen. Bei verdächtigen Kontaktaufnahmen sollte unter der Notrufnummer 110 zudem immer die Polizei informiert werden. "Verabreden Sie sich nicht blind. Lassen Sie sich keinesfalls unter Zeitdruck setzten. Nehmen Sie vor allem kein Geld mit und holen Sie auch kein Geld ab. Geben Sie Geld erst recht keinem Fremden und setzten Sie sich vor ihren Aktivitäten unbedingt selbst sofort mit dem angeblichen Anrufer in Verbindung", rät die Polizei.

Die Beamten warnen weiterhin vor Betrügern mit dem Enkeltrick. Personen, die in gleicher oder ähnlicher Art angerufen wurden, sollen sich bei ihrer zuständigen Polizeidienststelle melden: Auch solche Fälle könnten für weitere Ermittlungen von Bedeutung ein.

Zuletzt geändert am Montag, den 12. Januar 2015 um 14:46 Uhr