Sprung in die Fulda: Flucht endet beinahe tödlich

Sonntag, den 21. September 2014 um 19:36 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Nach seinem Sprung in die Fulda nahm die Polizei einen flüchtigen 33-Jährigen fest. Nach seinem Sprung in die Fulda nahm die Polizei einen flüchtigen 33-Jährigen fest. Foto: ots/Archiv

KASSEL. Mit einem Sprung in die Fulda ist ein 33-Jähriger nach einem Übergriff auf eine junge Frau seinem Verfolger entwischt. Der Mann aus Äthiopien wurde schließlich gerettet und festgenommen. An der Aktion waren neben Polizei auch Feuerwehr, Rettungsdienst und Mitglieder eines Motoryachtvereins beteiligt.

Den Ermittlungen der Polizei zufolge hatte der 33-jährige Mann am Samstagabend eine 19-jährige Frau aus Kassel unbemerkt bis zu ihrer Wohnungstür verfolgt. Hier kam es dann zu einem Gerangel zwischen den beiden Beteiligten, in deren Verlauf die junge Frau laut um Hilfe schrie. Ein Nachbar hörte die Hilferufe und eilte zu der Frau, woraufhin der Mann zu Fuß flüchtete. Der Täter lief zur Fulda und sprang in den Fluss.

Hinzu gerufene Polizisten sahen den polizeibekannten Mann treibend in der Fulda. Hier drohte er in Richtung Schleuse mit dem Walzenwehr abzudriften. Ein Motorbootfahrer des Nautic-Clubs Kassel (Motoryachtverein an der Wallstraße) stellte spontan sich und sein Motorboot für die Rettung zur Verfügung. Ein mitfahrender Polizeibeamter versuchte den Schwimmenden zunächst zu retten, was dieser aber ablehnte. Im Gegenteil, er verlangte "freien Abzug", den ihm die Polizei auch in Aussicht stellte.

Die weitere Beobachtung durch Polizei, Feuerwehr und andere Motorbootfahrer ergab ein ambivalentes Bild: Mal nahm der Flüchtige den zugeworfenen Rettungsring an Anspruch, mal ließ er sich auch in ein Boot ziehen, um dann wieder in die Fulda zu springen. Nach gut 50 Minuten war dann das Spiel zu Ende. Ein Polizist ergriff den Täter im Wasser und hielt ihn so lange fest, bis man gemeinsam das rettende Ufer erreichte.

Hier warteten weitere Beamte, die ihren Kollegen bei der Festnahme unterstützten. Der 33-jährige Mann aus Äthiopien leistete während Festnahme erheblichen Widerstand. Er wurde anschließend mit einer leichten Unterkühlung in ein Kasseler Krankenhaus gebracht, wo er in einem Wärmebett untergebracht wurde. "Nach seiner Behandlung erwartet ihn eine psychologische Begutachtung, da bei ihm eine Eigengefährdung gesehen wird", sagte am Sonntag ein Polizeisprecher. Wäre der 33-Jährige über das Walzenwehr hinweg getrieben worden, so hätte er dies nach Einschätzung der Polizei nicht überlebt.

Was der Mann von der jungen Frau letztendlich wollte, war zunächst nicht bekannt. Die 19-Jährige, die den Täter nicht kannte, war von dem Vorfall geschockt, blieb aber unverletzt. Bei dem Vorfall waren mehrere zivile und uniformierte Kräfte der Polizei im Einsatz. Auch die Feuerwehr und Rettungsdienste waren mit hohem Personal - und Technikeinsatz vor Ort. Lobenswert ist der Einsatz der Mitglieder des Nautic Club Kassel 1965 e.V., die den Rettungseinsatz mit drei Motorbooten unterstützten.

Zuletzt geändert am Mittwoch, den 03. Dezember 2014 um 15:42 Uhr