Chlorgasunfall im Hallenbad Stadtallendorf

Samstag, den 08. Oktober 2011 um 10:02 Uhr Verfasst von 

STADTALLENDORF. Chlorgasalarm im Hallenbad Stadtallendorf: Unter dieser Alarmierung rückte die Wehr aus der Industriestadt gemeinsam mit der Kirchhainer Feuerwehr heute Morgen gegen 9.30 Uhr aus. Das Gelände rund um das Hallenbad wurde zunächst großflächig abgesperrt, dadurch kam es sowohl für den Verkehr als auch für Fußgänger zu Behinderungen.

"Wir fanden eine Undichtigkeit im Bereich einer Chlorgasflasche vor", erläutert Stadtallendorfs Stadtbrandinspektor Ulrich Weber im Gespräch mit 112-magazin. Die Flasche wurde kurzerhand stillgelegt, das Gebäude mit einem Hochleistungslüfter von der Ferrero-Werksfeuerwehr belüftet. Doch weitere Messungen in dem Raum ergaben, dass die Chlorgaskonzentration nicht geringer wurde. Also machten sich die Kameraden der Gefahrgutkomponente auf die Suche nach der Chlorgas-Quelle. "Es bestand zunächst der Verdacht, dass weitere Flaschen undicht sein könnten. Diese wurden dann abgeschraubt und in einem Wasserbad kontrolliert. Allerdings waren die Flaschen dicht", so Weber.

Bei der weiteren Suche stießen die Feuerwehrleute auf die Ursache für das weiterhin austretende Gas: Ein Aktivkohlefilter hatte das Gas gebunden und nach dem Entfernen der ursprünglich undichten Flasche weiterhin Chlorgas in die Umgebung abgegeben. "Somit konnte die Konzentration am Unfallort nicht sinken", erläutert der Stadtbrandinspektor. Der Filter wurde ausgebaut und in einen Spezialbehälter für Gefahrgut verpackt - in der kommenden Woche wird er von einer Fachfirma entsorgt.

Während des Einsatzes, der aufgrund der langwierigen Suche bis 14.15 Uhr andauerte, wurden auch in der Umgebung des Hallenbads immer wieder Schadstoffmessungen der Luft vorgenommen. "Dort wurden allerdings keine erhöhten Werte festgestellt, eine Gefahr für die Bevölkerung hat zu keiner Zeit bestanden", versichert Ulrich Weber.

Insgesamt waren knapp 50 Kräfte im fast fünfstündigen Einsatz: Die Feuerwehren Stadtallendorf und Kirchhain, "deren beiden Gefahrgutkomponenten sich bei solchen Einsätzen ergänzen und die zusammenarbeiten", wie Weber erläutert. Unterstützt wurden die beiden Wehren von der Ferrero-Werkswehr mit dem großen Hochleistungslüfter. (as)

Zuletzt geändert am Samstag, den 08. Oktober 2011 um 16:19 Uhr