Flugzeug verlor Ladung über Werksgelände

Montag, den 26. September 2011 um 11:35 Uhr Verfasst von 
Am Samstagmorgen rückten die Feuerwehren der Stadt Kreuztal zu ihrer diesjährigen Herbstübung auf das Gelände der TKSE in Eichen aus. Angenommen wurde hier, dass ein Flugzeug Ladung über dem Werksgelände verloren hatte.  Am Samstagmorgen rückten die Feuerwehren der Stadt Kreuztal zu ihrer diesjährigen Herbstübung auf das Gelände der TKSE in Eichen aus. Angenommen wurde hier, dass ein Flugzeug Ladung über dem Werksgelände verloren hatte. Fotos: Jörg Büdenbender

KREUZTAL. Zur ihrer alljährlichen, gemeinsamen Herbstübung rückten am Samstagnachmittag die Feuerwehren der Stadt Kreuztal inklusive der Werkfeuerwehr der Thyssen-Krupp-Steel Europe AG und der Bereitschaft des DRK Kreuztal aus. Übungsort war hier das Werksgelände der Thyssen Krupp in Eichen.

Als Übungsszenario hatten sich die Verantwortlichen ein umfangreiches Drehbuch einfallen lassen. So wurde für die Übung angenommen, dass vermutlich ein Verkehrsflugzeug bei seinem Überflug über Kreuztal Ladung und Eis über dem Werksgelände TKSE ich Eichen verloren hatte. Durch die Einschläge kam es im Bereich des Lokschuppens zu einem schweren Verkehrsunfall, bei dem ein mit mehreren Personen besetzter Pkw unter die gerade aus dem Lokschuppen fahrende Werkslok geschleudert wurde. Hierbei wurden der Lokführer verletzte und mehrere Personen in dem Unfallfahrzeug eingeklemmt. Für dieses Szenario wurden die Werkfeuerwehr sowie die Löschgruppe Krombach eingesetzt. Es galt die schwer verletzten Personen mit hydraulischem Rettungsgerät zu befreien und durch den Rettungsdienst versorgen zu lassen. Weiterhin sollte hier die Zusammenarbeit zwischen der Werkfeuerwehr mit der öffentlichen Feuerwehr im Einsatz der technischen Hilfe geprobt werden.

Da es offenbar mehrere Einschläge gegeben hatte, wurde auch im Bereich des ehemaligen Verwaltungsgebäudes auf dem Werksgelände die Heizungsanlage derart beschädigt, dass es zu einer Verrauchung im Bürogebäude kam. Hieraufhin wurden mehrere Angestellte im Gebäude als vermisst gemeldet. Die Einheiten aus Littfeld, Osthelden, Buschhütten und Eichen wurden mit der Vermisstensuche und der Brandbekämpfung beauftragt. Hier war das Übungsziel, die vollständige und dennoch zügige Durchsuchung von größeren Gebäuden unter erschwerten Bedingungen sowie die Vertiefung der Abläufe der Atemschutzsammelstelle.

Zunächst unbemerkt hatte sich der Brand, der die Verrauchung hervorgerufen hatte, in die benachbarte Halle ausgedehnt, was sich allerdings erst erkennen ließ, als die Halle nahezu in Vollbrand stand. Da sich da zu diesem Zeitpunkt keine Mitarbeiter aufhielten, war der Einsatzleitung ein Innenangriff zu riskant und man beschränkte sich auf einen Außenangriff. Hier kamen die Kräfte, der am Verwaltungsgebäude eingesetzten Feuerwehren, die nicht unmittelbar im Atemschutzeinsatz benötigt wurden, sowie die Jugendfeuerwehr zum Einsatz.
 
Ein weiterer Einsatz wurde aus der Produktionshalle gemeldet, wo die verlorene Ladung die Dachhaut durchschlagen hatte und dabei zwei Monteure auf einem Brückenkran verletzt worden sind. Hier entsandte die Einsatzleitung die Löschgruppen Ferndorf und Kredenbach sowie den Rettungsdienst des DRK hin, um Personen gegen einen Absturz zu sichern und eine adäquate Rettung einzuleiten. Das Übungszielt hier lautete sichere Abarbeitung der Lage mittels Absturzsicherung und alternative Rettung der Personen ohne Einsatz einer Drehleiter.

Im Keller der Wasseraufbereitung waren zum Zeitpunkt des Einschlages, Mitarbeiter mit Reparaturarbeiten beschäftigt. Durch den Knall erschrocken, sind die Mitarbeiter gestürzt, wobei sich einer der beiden schwer Verletzte und beide aus dem engen, schlecht zugänglichen Keller befreit werden mussten. Nachdem die Mitarbeiter vom DRK versorgt wurden, unterstütze die Löschgruppe Fellinghausen bei der eigentlichen Rettung der Mitarbeiter. Übungsziel hier, war die enge Zusammenarbeit und Absprache zwischen DRK und Feuerwehr, um die beiden Personen möglichst schonend aus ihrer misslichen Lage befreien zu können.

Alles in allem, wird derzeit intensiv an der guten Zusammenarbeit der öffentlichen Feuerwehren und des DRK mit der Werkfeuerwehr TKSE weiter gearbeitet und die Ortskenntnis für eventuelle Realeinsätze auf dem Werksgelände verbessert. Im Anschluss an die Übung sorgte die Feuerwehr Buschhütten mit einer leckeren Gulaschsuppe aus der Feldküche für ein deftiges Mittagessen der eingesetzten Kameradinnen und Kameraden sowie der Besucher.  Der Löschzug Kreuztal, nahm in diesem Jahr nicht an der Herbstübung teil, er kümmerte sich um die Vorbereitung der Kameradschaftsfeier in der Stadthalle und stellte die Einsatzbereitschaft für die Stadt Kreuztal sicher.

Am Abend versammelten sich dann nahezu alle Feuerwehrkameradinnen und –Kameraden der gesamten Stadt in der Kreuztaler Stadthalle zum alljährlichen Kameradschaftsabend. Hier konnten nach einer kurzen Eröffnung durch die Wehrführung zahlreiche Feuerwehrleute geehrt und befördert werden. So wurde Roland Neumann für seine 25-jährige Mitgliedschaft, Richard Schlabach, Axel Hegemann, Martin Grimm, Gerd Immel, Rainer Beck, Manfred Moll, Willi Fliegener und Rolf-Günther Langenbach für ihre 35-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt. Für ihre 50-jährige Zugehörigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr wurden Peter Waller, Walter Werthenbach, Gerd Dreisbach, Ernst Dittmann und Adolf-Wilhelm Dahm geehrt. Eine weitere ganz besondere Ehrung stand dann für 70 Jahre im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr an, hier wurde Kreisbrandmeister a.D. Ernst Dittmann vom derzeitigen Kreisbrandmeister Bernd Schneider geehrt.
 
Zum guten Schluss wurde dann der stellvertretende Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Kreuztal Heinz-Georg Lütticke mit dem Feuerwehrehrenkreuz in Silber ausgezeichnet. Das Ehrenkreuz wurde ihm für besondere langjährige Dienste auf Stadt- und Kreisebene verliehen.


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Zuletzt geändert am Montag, den 26. September 2011 um 11:49 Uhr