Nach Aufprall auf Baum in Lebensgefahr

Montag, den 24. Juni 2019 um 14:26 Uhr Verfasst von  Matthias Böhl
Der Passat prallte auf den Baum, die Fahrerin wurde eingeklemmt. Der Passat prallte auf den Baum, die Fahrerin wurde eingeklemmt. Fotos: Matthias Böhl, 112-Magazin

WERPE. Kurz nach acht Uhr. Auf der Landstraße zwischen den Schmallenberger Ortsteilen Werpe und Felbecke war es still am Montagmorgen. Kein Verkehr, keine Autogeräusche, keine Motorradfahrer. Die Straße war gesperrt worden und die gespenstische Ruhe vor Ort wird nur dezent von Stimmen durchbrochen. Es sind die Stimmen von Feuerwehrleuten, Polizeibeamten, Notfallsanitätern und Notärzten. Sie alle waren ausgerückt, um ein Leben zu retten. Ob sie es tatsächlich geschafft haben, das weiß man noch nicht. „Es besteht massivste Lebensgefahr“, schildert ein Polizeibeamter vor Ort. Möglicherweise auch, weil die Frau keinen Sicherheitsgurt angelegt hatte, wie die Polizei mitteilte.

Warum die 46 jährige Frau auf gerader Strecke gegen einen starken Straßenbaum geprallt ist, ist noch völlig unklar. „Die Frau kam aus Richtung Schmallenberg und ist gegen den Baum gefahren. Mehr wissen wir selbst noch nicht“, erklären die Polizeibeamten vor Ort.

Die Feuerwehren aus Berghausen, Bracht, Felbecke und Schmallenberg haben unter der Einsatzleitung von Jürgen Schneider die Patientin aus dem silbernen VW Passat befreit. „Erst war die Patientin für den Rettungsdienst noch ansprechbar, ist dann aber bewusstlos geworden“, erklärt Jürgen Schneider. Er und seine Leute mussten dann eine so genannte Crashrettung vornehmen. Dies ist ein schnellstmögliches Rettungsverfahren, was angewendet wird, wenn beim Patienten akute Lebensgefahr besteht und er „keine Zeit zu verlieren hat“. Die Ruhigstellung der Wirbelsäule, oder die schonende Rettung mit einem Rettungskorsett entfallen bei solch kritischen Patienten. Da geht es nur darum, den Verletzten so schnell wie möglich lebend aus dem Wrack zu retten.

Während der Rettungsmaßnahmen durch die Feuerwehr wurde die eingeklemmte Frau vom Retungsdienst und dem Notarzt aus Bad Fredeburg medizinisch versorgt. Außerdem war der in Siegen stationierte ADAC Rettungshubschrauber „Christoph 25“ nach Werpe beordert worden. Im Anschluss an die Befreiung und die Erstversorgung flog der Hubschrauber die Schwestverletzte in eine Klinik. „Polytrauma“, sagte der Feuerwehreinsatzleiter vor Ort. Damit ist eine Kombination verschiedener Verletzungen gemeint, die entweder von ihrer Art her, oder in der Kombination Lebensgefahr bedeutet.

Am silbernen Passat ist der Tacho durch die Wucht des Aufpralls bei 80 km/h hängen geblieben. Durch dieses rasante Abbremstrauma kann die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit noch höher gewesen sein. Am Fahrzeug sieht man die Spuren des Aufpralls und der Rettung: Glassplitter liegen vor dem Baum, die Windschutzscheibe ist zerborsten, die gesamte Front verformt und eingedrückt. Die Tür am Fahrzeug wurde mit schwerem Gerät abgetrennt. Das Dach wurde eröffnet. „Zum Glück war die Patientin nicht noch im Fußraum eingeklemmt“, resümiert Jürgen Schneider kurz.

Nach der Einsatznachbesprechung direkt vor Ort fahren Feuerwehr und Rettungsdienst wieder zurück in ihre Standorte. Nachdem der Abschleppwagen da war, erinnern nur noch markierte Spuren auf der Straße und Prellmarken am Baum an den schweren Unfall. Sie sind die stummen Zeugen einer Tragödie auf der Landstraße.

Zuletzt geändert am Mittwoch, den 26. Juni 2019 um 10:01 Uhr