200-Tonnen-Autokran gerät in 110-kV-Stromleitung

Donnerstag, den 10. Oktober 2013 um 18:23 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Weil die Hochspannungsleitung auch nach dem Vorfall noch unter Strom stand und herabzustürzen drohte, konnte die feuerwehr längere Zeit nicht zu dem brennenden Kran vorstoßen. Weil die Hochspannungsleitung auch nach dem Vorfall noch unter Strom stand und herabzustürzen drohte, konnte die feuerwehr längere Zeit nicht zu dem brennenden Kran vorstoßen. Foto: pfa/Archiv

BAD WÜNNENBERG. Ein Autokran ist am Donnerstag im Windpark an der B 480 nahe Bad Wünnenberg beim Kontakt mit einer 110.000 Volt-Überlandleitung in Brand geraten und völlig zerstört worden. Vom anschließenden Stromausfall waren Ortschaften im Raum Bad Wünnenberg und Lichtenau betroffen.

Der 55-jährige Fahrer des Krans fuhr gegen 10.30 Uhr mit dem 200-Tonnen-Autokran eines Trierer Unternehmens, der im Windpark Leiberg zu Montagezwecken eingesetzt wird, auf einem Wirtschaftsweg in südliche Richtung. Der Kranausleger war zum Teil ausgefahren. Als das fünfachsige Fahrzeug unter eine Hochspannungsleitung fuhr, kollidierte die Spitze des Kranauslegers mit den beiden unteren Leitungen und blieb hängen. Durch den Stromkontakt gerieten die Reifen des Autokrans sofort in Brand. Der Kranführer sprang aus dem Führerhaus, blieb unverletzt und brachte sich in Sicherheit. In mehreren Ortschaften fielen der Strom und teilweise das Telefon aus.

Eine Million Euro Schaden
Die alarmierte Feuerwehr konnte zunächst nicht zu dem brennenden Fahrzeug vorrücken, da die Hochspannungsleitung erst durch das Netzunternehmen abgeschaltet werden musste. Zusätzlich bestand die Gefahr, dass die beschädigte Leitung reißt. Gegen 12.15 Uhr waren die Leitungen spannungsfrei. Etwa eine Stunde dauerten anschließend die Löscharbeiten. Der Autokran brannte komplett aus. Den Sachschaden schätzt die Polizei vorläufig auf eine Million Euro.

Der Unglücksort wurde von Feuerwehr und Polizei weiträumig abgesperrt. Die Polizei setzte in den vom Strom und Telefon abgeschnittenen Ortschaften zusätzliche Streifen ein. Per Lautsprecherdurchsagen der Polizei wurde die Bevölkerung aufgerufen, Kranke, Hilfsbedürftige und Senioren über den Strom- und Telefonausfall zu informieren und Hilfe anzubieten. In sämtlichen Feuerwehrgerätehäusern standen zudem Hilfskräfte bereit. Die Polizei bot sich darüber hinaus im Streifendienst bis zur Wiederherstellung der Strom- und Telefonversorgung als Ansprechpartner für die Bürger.

Warum der Kran mit teilweise ausgefahrenem Ausleger über den Wirtschaftsweg gefahren war, stand zunächst nicht fest.


Weitere Informationen und Fotos beim Löschzug Bad Wünnenberg:
Link zur Homepage des Löschzugs Bad Wünnenberg

Zuletzt geändert am Donnerstag, den 10. Oktober 2013 um 18:35 Uhr