Klaus Rohde

Klaus Rohde

Streusalz vermeiden

Montag, den 13. Februar 2012 um 15:34 Uhr

Der NABU rät zum Verzicht auf Gehwegen und in Hauseinfahrten...

 

Salzverzicht auf den Gehwegen

NABU empfiehlt umweltschonende Streumittel

WALDECK - FRANKENBERG. Durch den Wetterumschwung kann es in den nächsten Tagen auf Hessens Straßen und Gehwegen glatt werden. Der NABU Hessen ruft dazu auf, beim Winterdienst vor dem eigenen Haus auf Streusalz zu verzichten und nur umweltschonende Streumittel einzusetzen. „Streusalz schädigt Bäume, trägt zur Versalzung von Bächen bei und greift die Pfoten von Wild- und Haustieren an“, fasst Gerhard Eppler, Vorsitzender des NABU Hessen, die Gefahren des Streusalz-Einsatzes zusammen. Auf Gehwegen und in Hauseinfahrten habe Streusalz deshalb nichts verloren.

Das Salz bringe den Nährstoffhaushalt von Straßenbäumen durcheinander und führe zu Trockenschäden. Die geschwächten Bäume seien dann anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Wenn Streusalz in Bäche gerate, beeinträchtige es Fische und Kleintiere und führe zur Versalzung des Bach- und Grundwassers. „Wer mit dem Hund spazieren geht, sollte gestreute Flächen möglichst nicht betreten. Das Salz kann die Pfoten der Vierbeiner entzünden“, warnt der Biologe Eppler.

Für den NABU Hessen ist es unverständlich, dass immer noch große Mengen an Streusalz ausgebracht werden. Mit Sand, Kies, Split und Granulat gebe es mittlerweile viele gute abstumpfende und umweltfreundlichere Alternativen. Der Umweltverband empfiehlt Privathaushalten, auf Streusalz ganz zu verzichten und nur noch alternative Streumittel zu nutzen. Besonders empfehlenswert seien die vom Umweltbundesamt getesteten und mit dem „Blauen Engel – weil salzfrei“ ausgezeichneten Produkte. „Der Winterdienst ist auch mit der Ausbringung der umweltfreundlichen Alternativen ordnungsgemäß erfüllt. Eine Verpflichtung zur Anwendung von Streusalz gibt es nicht“, so Eppler. Wenn man das Streugut später zusammenkehre und wiederverwende, könne man sogar Geld sparen.


Für Rückfragen:
Berthold Langenhorst
Pressesprecher NABU Hessen
Tel.: 06441-67904-17
Mobil: 0170-8347614

Edersee

Montag, den 13. Februar 2012 um 08:54 Uhr

EDERSEE *  Am Samstag, dem 18.Februar 2012 findet der Aktionstag " Hochzeit bei Wolf, Luchs und Wildkatze " statt.

 

 Aktionstag in der WildnisSchule: Hochzeit bei Wolf, Luchs und Wildkatze
Samstag,
18.02.2012
10:00 Uhr
Edertal
Hemfurth
WildtierPark Edersee, Eingang
Spannendes zu Paarungszeit, Sozialverhalten und Lebensweise von Wolf, Luchs und Wildkatze erfahren Sie bei einem Rundgang durch den WildtierPark-Edersee. Sachlich und fundiert wird das Verhalten der Tiere während der aufregenden Zeit der Paarung vermittelt. Anmeldung erforderlich!
Kosten: Kosten: Eintritt WildtierPark
Veranstalter: Nationalpark Kellerwald-Edersee
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Kleine Paradiese am Diemelsee

Samstag, den 11. Februar 2012 um 12:07 Uhr

DIEMELSEE* Unter dem Motto : " Kleine Paradiese in Waldeck - Frankenberg " erreichte uns heute ein Foto aus dem Naturschutzgebiet am Diemelsee. Das bizarre Gebilde ist auf die Absenkung des Wasserspiegels zurück zu führen . Das Eis blieb am Stamm dieser Weide hängen.

Bitte sendet uns eure Fotos mit Ort und Zeitpunkt aus Waldeck - Frankenberg zu. 

Adresse:   Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Stichwort : Kleine Paradiese in Waldeck - Frankenberg

Die drei besten Fotos werden prämiert.

1. Preis : Ein I-Pad 2 WiFi 16 GB

2. Preis:  Ein I - Phone

3. Preis: Ein Gutschein über 50,-€ vom Montecatini in Korbach

 

Beziehungsstatus ( nicht nur für Vögel )

Samstag, den 11. Februar 2012 um 08:37 Uhr

Mitmachen bei der Dohlen-Uni

Dr. Dohle führt Sie durch ein spannendes Seminarprogramm

 



Liebe Seminarteilnehmer, heute in der zweiten Sitzung geht es um das größte aller Themen: die Liebe! Wer glücklich lieben und sein Leben in harmonischer Zweisamkeit verbringen möchte, der muss wissen wie. Gerne gebe ich Ihnen wissenschaftlich erprobte Ratschläge, und dafür bitte ich Sie zuerst zum Test: Sind Sie so treu wie die Dohle?

>> Welcher Beziehungstyp sind Sie? Zum Partnerschaftstest

Wir konnten den renommierten Wissenschaftler Dr. Dohle für ein Semester an der Dohlen-Uni als Gast-Dozenten gewinnen. An dieser Stelle vermittelt er Ihnen jede Woche spannende Fakten aus der Rabenvogelforschung.

Das Tolle ist: Mitmachen kann jeder! Forschen, beobachten und experimentieren Sie gemeinsam mit Dr. Dohle, ganz ohne Zulassungsbedingungen oder Studiengebühren. Dafür schauen Sie einfach jeden Donnerstag bei uns herein, wenn Dr. Dohle seine wöchentliche Vorlesung leitet.

Abschluss und Belohnung

Am Ende des Semesters können Sie Ihr neuerworbenes Wissen in einem Abschlusstest zur Dohlenkunde unter Beweis stellen. Alle Absolventen der Dohlen-Uni erhalten Vertiefungslektüre und ein kleines Geschenk. Viel Spaß mit Dr. Dohle!

http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/vogeldesjahres/2012-dohle/14590.html

Eisangeln am Diemelsee

Mittwoch, den 08. Februar 2012 um 20:48 Uhr

DIEMELSEE * Extra Urlaub genommen hat sich dieser Eisangler um seinem liebsten Hobby zu frönen. Das Bild entstand heute gegen Mittag am Diemelsee. Eine Nachahmung ist nicht zu empfehlen. Das Eis ist an vielen Stellen nicht dick genug.

Text und Bild© Klaus Rohde

 

Das 112-magazin meint:  Belehrt eure Kinder über die Gefahren auf dem Eis

Die Lachse kommen zurück

Mittwoch, den 08. Februar 2012 um 20:16 Uhr

WALDECK - FRANKENBERG * Um dem Lachs neuen Lebensraum auch in unseren Gewässern zu geben, haben sich Bund, Land und Regierungspräsidium mit der Frage beschäftigt, wie man unter Berücksichtigung neuester Technik, Fischaufstiegshilfen  ( Fischtreppen ) an der Edersee Sperrmauer installieren kann. Der Kreis möchte hingegen nicht als Bauherr oder Planer in Aktion treten. Vielmehr als Moderator und Vermittler soll das Projekt vom Kreis betreut werden. Die Kosten sind bis Dato noch unklar. Zuschüsse seinen aber zu erwarten.

Das 112-magazin meint:  Holt die Lachse zurück !!

Jagdsteuer in Waldeck - Frankenberg

Mittwoch, den 08. Februar 2012 um 09:54 Uhr

WALDECK - FRANKENBERG  * Der Vorschlag, der CDU und FWG , die Jagdsteuer in Waldeck - Frankenberg zu ändern scheiterte am Montag an der Kreistagsmehrheit. Die Jagdsteuersatzung bleibt nun so, wie im Jahr 2011 beschlossen.

Jagdpächer Rohde meint :  Das ist gut so !

 

 

 

 

Jagdsteuer in Waldeck-Frankenberg

Sonntag, den 05. Februar 2012 um 10:41 Uhr

WALDECK-FRANKENBERG. Am Montag startet die Kreistagssitzung mit zwei Änderungsanträgen in die neue Woche. Ab 11 Uhr tagt das Parlament. Ein Punkt ist die Neuregelung der Jagdsteuer (diese wurde erst 2011 geändert und der Hebesatz von 10 auf 15 % erhöht). Hier wagt die CDU mit Fraktionschef Karl-Friedrich Frese einen Anlauf, um die Jagdgenossenschaften zu entlasten.

Hintergrund: Durch die zunehmende Unattraktivität der Reviere sind die Jagdpachtpreise enorm gesunken. Monokulturen wie Maisanbau für Biogasanlagen, Wildschäden, Veränderung der Landschaften durch Windkraftanlagen, das Vernichten der Hecken, Trockenlegungen von Feuchtwiesen, Holzeinschlag über das ganze Jahr hinweg usw. haben die Jagdpächter in weiten Teilen des Landkreises umdenken lassen. Pachtpreis runter und Deckelung der Wildschäden oder nach der laufenden Pachtperiode ist Schluss. Geglaubt hat das unterdessen niemand von den Landwirten oder den Jagdgenossenschaften. In Burgwald-Bottendorf werden noch 5,47 € pro Hektar bezahlt. In anderen Landkreisen sind ganze Reviere oder Revierteile überhaupt nicht mehr verpachtet oder nach langen Verhandlungen für einen symbolischen Euro an Jäger aus dem Ort vergeben worden. Sonst müssten die Jagdgenossenschaften einen Berufsjäger bezahlen, der den vorgegebenen Abschuss erfüllt. Und das wird teuer.

Der Kreisausschuss und die SPD lehnen eine Änderung jedoch strikt ab. Wohl wissend, dass der Antrag der CDU rechtlich nicht haltbar wäre und neue Ungerechtigkeiten schaffen würde.

Kraniche ziehen gen Süden

Donnerstag, den 02. Februar 2012 um 09:49 Uhr

WALDECK - FRANKENBERG * Richtung Süd - Süd - west.  Aus den skandinavischen Landesteilen , von der Ostsee und des Müritzsees, ziehen auf Grund des späten Winters die Kraniche nun doch in Ihre Winterqurtiere . Sie sind vorboten der strengen Kälte aus Russland. Der Versuch der Kraniche, an der Ostsee zu überwindern, schlug fehl.

 

Diemelsee*Auch am Diemelsee waren gestern noch einige Nachzügler Richtung Süden unterwegs. Die Meinung einiger Passanten am Diemelsee, der Winter wäre vorbei und die " Schlackergänse "  bringen den Frühling mit , musste ich mit einem klaren Nein beantworten. Ca. 60 Kanadagänse und 20 Nilgänse wurde gestern noch am Diemelsee beobachtet.

Edertal*Auch in Giflitz wurden einige Rufe der Kraniche vom Boden in der Nähe des Naturschutzgebietes aus  wahrgenommen.

Jeder Interessierte kann seine Beobachtungen unter: www.nabu-waldeck-frankenberg.de eingeben

 

Text: Klaus Rohde

 

 

Frauenschuh in Waldeck - Frankenberg

Sonntag, den 29. Januar 2012 um 10:48 Uhr

 

Der Frauenschuh wird immer seltener

Sie kann sich mit den schönsten Orchideen der Welt messen und wächst doch nicht im tropischen Regenwald, sondern unter unseren vertrauten Rotbuchen. Die heimische Orchidee Frauenschuh (Cypripedium calceolus L.) besitzt eine der größten Einzelblüten, die heimische Pflanzen in Mitteleuropa hervorbringen können: Bis zu 8 cm in strahlendem Gelb und Rot.

Die schuhförmige Lippe verlieh ihr ihre Namen. Als Schuh für Prinzessinnen und Elfenwesen entführt sie die Menschen in eine Zauberwelt

Ihre Schönheit wurde der Pflanze bereits oft zum Verhängnis. Gepflückt, gesammelt, ausgegraben und in privaten Vorgärten zum Sterben verurteilt wurde die Orchidee vielerorts zu Tode geliebt. So ist die Art zur seltenen Rarität geworden und gilt in Deutschland als stark gefährdet. Auch in Hessen ist der Frauenschuh schon an vielen Stellen ausgestorben. In der Roten Liste des Bundeslandes wird er in der Kategorie 2 "stark gefährdet" aufgeführt.

Europaweit sind die Bestände so stark zurückgegangen, dass Cypripedium calceolus seit 1992 in den Anhängen II und IV der Europäischen Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-RL) geführt wird. Seither besteht in der ganzen EU die rechtliche Verpflichtung, die Art bzw. deren Populationen in einem "günstigen Erhaltungszustand" zu bewahren und Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Mit dem Aufbau des Europäischen Schutzgebiets-Netzes NATURA 2000 erhält der Frauenschuh jetzt eine neue Chance.

Biologie und Ökologie: Die Kesselfallenblume
Der Frauenschuh wird 10 - 50 cm hoch und blüht von Mai bis Juni/Juli. Mit einem Durchmesser von bis zu 8 cm zählt der "Schuh" zu den größten Blüten mitteleuropäischer Pflanzen. Doch der goldgelbe nach Aprikose riechende "Schuh" ist eine trickreiche Apparatur zur Bestäubung der Blüten.

Der Mechanismus - eine Kesselfalle: Durch Farbe und Glanz der Blüte werden Insekten angelockt (vor allem solitär lebende Erdbienen). Sie fliegen zur Öffnung des "Schuhs" - und geraten in eine Gleitfalle: ein Ölfilm macht die Ränder extrem glatt. Insekten, die hier landen wollen, stürzen unweigerlich ins Innere ab. Immerhin erhalten sie dort schmackhafte Safthaare als Stärkung angeboten.

Dann kommt die Arbeit: die Innenwände sind ebenfalls so glatt, dass die gefangenen Erdbienen sich, um dem Kessel zu entrinnen, durch eine schmale, seitliche Öffnung in der Nähe des Lippenansatzes zwängen müssen. Dabei wird zuerst die von anderen Blüten mitgebrachte Pollenmasse an der Narbe abgestreift und anschließend neuer Pollen aufgenommen. Eine Selbstbestäubung wird so verhindert.

Nun zeigt die Blume den Bienen den "Ausgang" mit einem Fenster aus klarem Gewebe hinter dem Bestäubungsapparat. Da Insekten zum Licht ans Fenster streben, finden sie den Ausweg bald. Untersuchungen haben gezeigt, dass nur wenige Insekten den gleichen Fehler ein zweites Mal machen; darauf aber ist der Frauenschuh für eine Bestäubung angewiesen. Einige wenige Unbelehrbare genügen jedoch: Nach einer einzigen Bestäubung entsteht eine Frucht mit unzähligen winzigen Samen. Die Samen sind so winzig, dass sie als Ballonflieger eine Sinkgeschwindigkeit von 25 cm/sec. besitzen und damit 10 km fliegen können.

Lebensräume, wo früher der Ozean in Hessen zuhause war ...
Hauptlebensraum der Art ist der Kalk-Buchenwald, auch Orchideen-Buchenwald genannt. Besonders in Nord- und Osthessen existieren Gebiete mit Muschelkalk im Untergrund. Der Kalk entstand vor Jahrmillionen aus Ablagerungen vielfältigen Lebens an Meeresküsten in den frühen Zeiten Hessens. Heute bildet er die Grundlage für den basenreichen Boden, der eine typische und prächtige Flora hervorbringt. So teilt sich der Frauenschuh den Lebensraum mit vielen weiteren Vertretern der Orchideenfamilie, wie Rotes und Weißes Waldvöglein, Purpur-Knabenkraut, Vogel-Nestwurz, Braunrote Sitter u.a.

Der Frauenschuh wächst nicht im Dunkeln, sondern nur in abwechslungsreich strukturierten Wäldern mit vielen lichten Stellen. Oft sind es Hanglagen, gern Südhänge, wo die Art bevorzugt wächst. Nimmt die Beschattung zu, blüht der Frauenschuh zunächst nicht mehr. Dann werden die Pflanzen immer kleiner, um schließlich ganz zu verschwinden.

Aus diesem Grund werden in Hessen oft nur Einzelpflanzen vorgefunden. Die Mehrzahl der Vorkommen weist zwischen 5 und 25 Individuen auf, allerdings gibt es auch Vorkommen mit über hundert Einzelpflanzen.

 

Verbreitung in Hessen
Entsprechend der Muschelkalk-Vorkommen konzentriert sich die Verbreitung der seltenen Art auf die ost- und nordhessischen Landkreise Fulda, Hersfeld-Rotenburg, Werra-Meißner, Kassel und Waldeck-Frankenberg. Kleinere Vorkommen existieren noch im Main-Kinzig-Kreis, im Lahn-Dill-Kreis und im Hessischen Süden an der Bergstraße. Verschollen und wahrscheinlich ausgestorben sind ehemalige Vorkommen im Rheingau, im Odenwaldkreis und dessen Grenzbereich zum Landkreis Darmstadt-Dieburg. Auch in Mittelhessen konnten in den letzten Jahrzehnten keine Frauenschuh-Vorkommen mehr nachgewiesen werden.

 

Gefährdungsfaktoren: Ausgraben und veränderte Waldnutzung
Der Rückgang der Bestände ist dramatisch. War die Art vor 1975 noch in 86 von rund 750 hessischen Planquadraten vorhanden, konnte die Art bereits 1983 nur noch in 40 Quadranten bestätigt werden. In der Zeit von 1983 bis 1996 erfolgte eine nochmalige Halbierung der Vorkommen auf rund 20 Planquadrate.
Es sind vor allem zwei Haupt-Gefährdungsfaktoren, die dem Frauenschuh in Hessen schwer zu schaffen machen: Früher war der attraktive Frauenschuh eine beliebte Gartenpflanze. Seine Überlebenschancen im Garten sind jedoch gering. Daher musste für regelmäßigen Nachschub gesorgt werden. Dies führte dazu, dass massenweise Pflanzen ausgegraben wurden. Zahlreiche Vorkommen wurden so in den letzten Jahrzehnten aus Liebhaberei ausgelöscht. Viele Exemplare fristeten für kurze Zeit noch ein trauriges Dasein in Gärten bis sie schließlich abstarben.

Als Pflanze mit spezifischen Lebensbedürfnissen und sehr speziellen Ansprüchen an Boden, Licht und Nährstoffe kommt sie mit falschen Bodenverhältnissen und ohne den für viele Orchideen lebenswichtigen Mykorrhiza-Partner (ein Pilz, mit dem die Pflanze in Symbiose lebt) nicht zurecht. So ist sie abseits ihrer natürlichen Standorte kaum überlebensfähig.

Trotz strengster Schutzbestimmungen ist der Frauenschuh in Hessen auch heute noch die Orchidee, die aufgrund ihrer Schönheit durch Abpflücken und Ausgraben am stärksten gefährdet ist. Leider stören auch strikte Verbote manche Pflanzenliebhaber nicht, die bedrohte Art selbst an ihren letzten Refugien noch zu dezimieren. Naturschutzbehörden und Artenschützer halten daher die wenigen verbliebenen Standorte der Orchidee streng geheim.

Kaum weniger schwer macht dem Frauenschuh der Verlust an Lebensraum zu schaffen. Als Waldart sollte er bei uns eigentlich hinreichend große Biotope haben. Doch der Frauenschuh ist angepasst an die lichten Wälder vergangener Jahrhunderte. Änderungen der Waldnutzung, besonders das lange praktizierte Aufforsten mit schnellwüchsigen, sehr dicht gepflanzten Monokulturen aus Fichten und Kiefern ändern den Waldcharakter völlig.

Selbst extreme Standorte, an denen der natürliche Wald sehr licht ist und wo Frauenschuhe sich gern ansiedeln, wurden vielerorts mit trockenheits-robusten Schwarzkiefern aufgeforstet.

So hängt der drastische Rückgang der Art vor allem auch mit dem Niedergang der traditionellen Waldbewirtschaftungsform der "Ausschlagwälder" zusammen.

Orchideenfreundliche Nieder- und Mittelwaldbewirtschaftung
Bei den "Ausschlagwäldern" sind die Niederwald- und die Mittelwald-Bewirtschaftung zu unterscheiden. Beide waren in den vergangenen Jahrhunderten bei uns verbreitete traditionelle Nutzungsformen. Bei der Niederwaldbewirtschaftung werden alle Gehölze in recht kurzen Zeitintervallen (sog. "Umtriebszeiten") von etwa 25 Jahren auf den Stock gesetzt. Die Baumstümpfe sterben aber nicht ab, sondern treiben mit Stockausschlägen wieder aus und stellen so die Regeneration des Bestandes sicher. Bäume in Niederwäldern sind daher vieltriebig (mit mehreren dünneren Stämmen aus einer Wurzel) im Gegensatz zu den uns heute vertrauten Einzelstämmen im Hochwald.

Die Mittelwaldbewirtschaftung ist eine Zwischenform von Hoch- und Niederwald. Die Strauchschicht (Unterholz) des Niederwaldbetriebs wird um eine Baumschicht ergänzt, die das Oberholz bildet. Diese oft aus Samen hervorgegangenen "Oberhölzer" bleiben über mehrere Umtriebsperioden stehen und können für die Nutzholzgewinnung starke Durchmesser erreichen.

Da die Umtriebsflächen bei beiden althergebrachten Nutzungsformen immer nur Bruchteile des Gesamtbestandes ausmachen und an wechselnden Stellen liegen, sind immer auch frisch geschlagene Flächen vorhanden, auf denen lichtliebende Pflanzen und vor allem auch Orchideen gut aussamen und gedeihen. Im modernen und dauerhaft schattigen Hochwald haben dagegen Frauenschuh & Co. kaum eine Chance und bilden allenfalls kümmerliche und sterile Pflänzchen aus, die nicht blühen und fruchten.

In den vergangenen Jahrhunderten waren Mittel- und Niederwälder häufig. Sie wurden allerdings aus wirtschaftlichen Erwägungen überwiegend in Hochwälder umgewandelt, sodass Hochwälder das heutige Waldbild bestimmen. Die typische Pflanzen- und Tierwelt der Ausschlagwälder wurde seither auf kleine und schmale Randbereiche zurückgedrängt.

Schutzmaßnahmen dringend erforderlich!
Mit der Meldung großer FFH-Gebiete in Nord- und Ost-Hessen hat die Königin der Blumen durch die FFH-Richtlinie der EU noch einmal eine neue Chance. Allerdings reicht alleine die Meldung großer Waldflächen nach Brüssel nicht aus. FFH-Managementpläne müssen künftig dafür sorgen, dass die bestandsbedrohte Orchidee vor Zugriffen geschützt wird und an ihren Waldstandorten auch eine optimale Pflege erhält. Der Arbeitskreis heimischer Orchideen (AHO Hessen e.V.) betreibt ein Fundortmonitoring in Hessen und versucht mit Pflegevorschlägen dieser faszinierenden Pflanzenart zu helfen.

Noch einen Schritt weiter will der NABU mit dem Erwerb größerer Waldflächen in den Rückzugsgebieten gehen. Denn Eigentumsflächen des Naturschutzverbandes sind frei von kommerziellen Zwängen und Nutzungsinteressen anderer Eigentümer. Hier kann der Schutz der letzten Frauenschuhbestände dauerhaft gesichert werden.

Wir wollen das hessische Naturerbe bewahren
Um dem Frauenschuh zu helfen und weitere gefährdete Arten vor dem Aussterben zu bewahren, hat sich die "NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe" zum Ziel gesetzt, Flächen zu erwerben und neue Schutzrefugien für bedrohte Arten zu schaffen. Denn noch immer ist der Ankauf der Lebens- und Fortpflanzungsstätten der beste Schutz.

Quelle : NABU