Verletzt im Auto eingeklemmt: Lange Suche nach Unfallwagen

Dienstag, den 25. April 2017 um 11:30 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Der Wagen kam an einer Böschung unterhalb einer Brücke in einem Gebüsch zum Stillstand. Der verunglückte Fahrzeug war von der Bundesstraße aus nicht zu sehen. Der Wagen kam an einer Böschung unterhalb einer Brücke in einem Gebüsch zum Stillstand. Der verunglückte Fahrzeug war von der Bundesstraße aus nicht zu sehen. Fotos: Udo Paul/Feuerwehr Bad Wildungen

BAD WILDUNGEN. Mit seinem Wagen von der Bundesstraße 253 abgekommen und erst nach mehreren hundert Metern an einer Böschung unterhalb einer Brücke zum Stillstand gekommen ist am Morgen ein Autofahrer. Weil das Fahrzeug von der Straße aus nicht zu sehen war, mussten die Einsatzkräfte längere Zeit suchen. Feuerwehrleute befreiten den eingeklemmten und verletzten 48-Jährigen schließlich, der Rettungsdienst lieferte ihn in ein Krankenhaus ein.

Der Mann aus Frankenau war am Dienstagmorgen gegen 6.15 Uhr auf der B 253 von Hundsdorf kommend in Fahrtrichtung Fritzlar unterwegs, als er gut einen Kilometer nach dem Abzweig nach Reinhardshausen aus bislang ungeklärten Gründen nach rechts von der Straße abkam. Der 1er BMW fuhr etwa 400 bis 500 Meter über einen Grünstreifen und einen parallel zur Bundesstraße verlaufenden Wirtschaftsweg, bevor er unterhalb einer Brücke gegen die Böschung prallte, diese mehrere Meter hinauffuhr und schließlich in einem Gebüsch zum Stillstand kam.

Der Notruf erfolgte automatisch über das sogenannte ConnectedDrive-System des neuwertigen Wagens. Dadurch war zwar die Unfallstelle etwa bekannt, der verunglückte Wagen war jedoch unterhalb der Fahrbahn in dem Gebüsch von der Straße aus überhaupt nicht zu sehen. Die Einsatzkräfte suchten daher zunächst den gesamten Streckenabschnitt zwischen den Abfahrten Reinhardshausen und Braunau ab. Als Feuerwehrleute dann frische Spuren neben der B 253 entdeckten und diesen nachgingen, fanden sie in einiger Entfernung auch den verunglückten BMW. Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Udo Paul mussten dann die Einsatzfahrzeuge noch einen Weg finden, um von der Straße aus die Unfallstelle zu erreichen.

Da der Wagen in einem Gebüsch stand, setzten die Freiwilligen zunächst die Motorkettensäge ein, um sich einen Zugang zu verschaffen. Ein weiteres Problem war es laut Paul, an der steilen Böschung sicher und ohne Eigenrisiko zu arbeiten. Dazu legten die Brandschützer unter Leitung von Stadtbrandinspektor Ralf Blümer mehrere Steckleiterteile auf den schrägen Untergrund, um weitgehend gefahrlos die hydraulischen Rettungsgeräte zum Unfallwagen tragen zu können. Noch im Wagen, den die Feuerwehr mit einer Seilwinde gegen Abrutschen oder Wegrollen gesichert hatten, wurde der verletzte Fahrer notärztlich erstversorgt. Nachdem die Feuerwehrleute ihn befreit hatten, wurde der 48-Jährige auf dem Spineboard zum Rettungswagen gebracht. Notarzt und RTW-Besatzung versorgten den Frankenauer, bevor dieser mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Nach dem beschwerlichen und aufwendigen Einsatz reinigten die 25 Feuerwehrleute noch ihre Geräte und verstauten sie wieder in den Fahrzeugen. Erst nach gut zwei Stunden war der Einsatz beendet.

Den Schaden am BMW gab die Wildunger Polizei mit mindestens 30.000 Euro an. Zeugen, die Angaben zum Unfall oder der vorangegangenen Fahrweise des Wagens machen können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 05621/70900 an die Polizei in der Badestadt zu wenden. Ob eventuell eine medizinische Ursache zu dem Verkehrsunfall geführt haben könnte, ist Gegenstand der noch laufenden Ermittlungen. (pfa)  


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Feuerwehr Bad Wildungen


Zuletzt geändert am Dienstag, den 25. April 2017 um 11:42 Uhr