Zwei Unfallopfer in Lebensgefahr

Samstag, den 29. August 2009 um 18:02 Uhr Verfasst von  Carina Zahradnik
Ein Mitfahrer war im völlig zerstörten Corsa eingeklemmt. Ein Mitfahrer war im völlig zerstörten Corsa eingeklemmt. Fotos: pfa

ADORF. Bei einem schweren Verkehrsunfall sind am Samstagnachmittag fünf Menschen schwer verletzt worden. Zwei von ihnen schweben in Lebensgefahr.

An dem schweren Unfall auf der Landesstraße 3076 zwischen Flechtdorf und Adorf waren zwei Autos und ein Motorrad beteiligt. Nach Angaben der Korbacher Polizei befuhren eine 44 Jahre alte Twistetalerin mit ihrem Opel Frontera und ein 46 Jahre alter Mann aus Brilon mit seinem Motorrad der Marke BMW die Strecke von Flechtdorf in Richtung Adorf. Auf einer langen Geraden zwischen dem Abzweig nach Benkhausen und Adorf überholte der Kradfahrer den Opel-Geländewagen und scherte ordnungsgemäß wieder ein.

In der Gegenrichtung fuhr ein 18-Jähriger aus der Großgemeinde Diemelsee. Der junge Mann verlor in einer Linkskurve auf nasser Fahrbahn die Kontrolle über seinen Opel Corsa - die Polizei vermutet, dass nicht angepasstes Tempo und mangelnde Fahrpraxis die Ursachen sind. Der Kleinwagen geriet gegen 15.40 Uhr ins Schleudern, touchierte die Leitplanke und stieß leicht mit dem entgegenkommenden Motorrad zusammen. Das Krad schleuderte in den Graben, der Fahrer erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Rückwärts in Gegenverkehr geschleudert
Nach dem Anstoß schleuderte der Corsa weiter herum, drehte sich mehrfach und geriet auf die Gegenspur. Hier rutschte der Opel rückwärts dem Frontera entgegen, dessen Fahrerin eine Vollbremsung machte. Trotzdem kam es zum Zusammenstoß, bei dem der hinten im Corsa sitzende 20 Jahre alte Mitfahrer eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt wurde. Der 18-jährige Fahrer, sein 25 Jahre alter Beifahrer - alle drei wohnen in Diemelsee - sowie die Fahrerin des Opel Frontera erlitten schwere Verletzungen.

Die Notärzte aus Korbach und Bad Arolsen, der Leitende Notarzt Dr. Ecke Tammen, der Notarzt des Rettungshubschraubers Christoph 13 aus Bielefeld sowie die Besatzungen mehrerer Rettungswagen rückten zur Unfallstelle aus, um die Verletzten zu versorgen. Rund 25 Adorfer Feuerwehrleute unter Leitung des Gemeindebrandinspektors Karl-Friedrich Fieseler setzten hydraulisches Gerät ein, um den eingeklemmten Mitfahrer aus dem völlig zerstörten Corsa zu befreien. Dazu trennten sie unter anderem das Fahrzeugdach ab und entfernten einen Sitz.

Die Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser eingeliefert, der Motorradfahrer nach Bielefeld in eine Spezialklinik geflogen. Die Polizei bestellte einen Gutachter zur Unfallstelle, der die genauen Umstände des Unfalls ergründen soll. Alkohol sei nicht im Spiel gewesen, betonte ein Polizist gegenüber 112-magazin.de. Die Landesstraße blieb während der Rettungs- und Bergungsarbeiten sowie der Tätigkeit des Gutachters mehrere Stunden voll gesperrt. Aus Richtung Flechtdorf leiteten Brandschützer der dortigen Wehr den Verkehr über Wirmighausen um, in der Gegenrichtung waren Adorfer Kameraden mit der Verkehrsleitung beauftragt. Erst ab 19.10 Uhr war die Strecke wieder frei.

Autofahrer verwehrten Hilfe
Die Korbacher Polizei äußerte sich am Abend mit Unverständnis über das Verhalten einiger Verkehrsteilnehmer: So habe eine Ersthelferin vergeblich versucht, etwa acht bis zehn zum Unfall hinzukommende Autofahrer zum Anhalten und Helfen zu bewegen. Alle seien jedoch unverrichteter Dinge weitergefahren, "obwohl ganz offensichtlich war, dass hier Hilfe dringend nötig war", sagte einer der Beamten gegenüber 112-magazin.de.

Zuletzt geändert am Mittwoch, den 07. Dezember 2011 um 19:35 Uhr