DRK-Staffel: Suchhunde bewähren sich als "Seehunde"

Freitag, den 30. August 2013 um 10:38 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Auf der Edersee-Fähre haben Mitglieder der DRK-Rettungshundestaffel mit ihren Tieren trainiert. Auf der Edersee-Fähre haben Mitglieder der DRK-Rettungshundestaffel mit ihren Tieren trainiert. Fotos: Ralf Altenhein

SCHEID. Wie sich Rettungshunde auf einem Boot verhalten, haben neun Hundeführer der DRK-Rettungshundestaffel mit insgesamt zehn Vierbeinern geübt. Die Fahrt mit der Edersee-Fähre führte von der Halbinsel Scheid zur Liebesinsel und nach einem Aufenthalt zurück zum Festland. Weder von dem für sie ungewöhnlichen Transportmittel noch von den besonderen Eindrücken auf dem Wasser ließen sich die Tiere beirren.

"Es waren alle sehr souverän", sagt Stephan Gündling, der mit seiner Ehefrau Beatrix die Staffel leitet, über das erstmals durchgeführte Training. Dass es dabei am Mittwochabend weniger um einen Ausflug im Spätsommer als vielmehr um einen wichtigen Teil in der Ausbildung von Hunden und Hundeführern ging, machte Gündling im Gespräch mit 112-magazin.de deutlich: "Es kann immer passieren, dass wir zu einer Personensuche auf eine Insel gebracht werden müssen". Die Staffel war in der Vergangenheit bereits häufiger am Edersee im Einsatz.

Von Scheid zur Liebesinsel und zurück
Nach einem Fußmarsch auf der Halbinsel Scheid sammelten sich die Staffelmitglieder an der Edersee-Fähre und gingen mit den Hunden an Bord. Das Schiff, das üblicherweise Touristen nach Rehbach und zurück schippert, nahm an diesem Abend Kurs auf die Liebesinsel zwischen Scheid und Bringhausen, wo ein Zwischenstopp anstand. Nachdem dort verschiedene Gehörsamsübungen durchweg gut klappten, stach Kapitän Karl Suck mit seinen menschlichen und tierischen Gästen erneut in See.

Nicht die Pfote in die Wunde legen
Zurück auf Scheid demonstrierte Hundeführerin Beatrix Gündling mit Rettungshund Merlin vor den Augen einiger Zuschauer, wie sich die Suche nach einem am Boden liegenden "Opfer" darstellt. "Der Hund sucht die Person und verbellt sie", erklärt Stephan Gündling. Das Verbellen zeige dem Hundeführer die Position an. Dabei müsse der Hund stets bei der aufgefundenen Person bleiben, auch wenn diese - beispielsweise im Schockzustand - umherirre. "Berühren darf der Hund die Person aber auf keinen Fall", erklärt der Staffelleiter weiter. "Stellen Sie sich vor, da liegt jemand mit einem offenen Bruch, und plötzlich steht der Hund mit einer Pfote in der Wunde", schildert Gündling einen Extremfall.

Diese und viele weitere Verhaltensweisen müssten den Hunden in zahlreichen Trainingseinheiten immer wieder beigebracht werden. Alle 18 Monate würden Hunde und Hundeführer zudem auf ihre Einsatztauglichkeit überprüft. Nur die geprüften Hunde dürften eine entsprechende Marke tragen, wie auf dem Archivbild links zu sehen.

Die Arbeit in der Rettungshundestaffel im DRK-Kreisverband Korbach-Bad Arolsen ist ehrenamtlich. Das war auch der Grund für Fährmann Karl Suck, die Staffel unentgeltlich über den See zu fahren und so das besondere Training zu unterstützen. "Die Mitglieder arbeiten uneigennützig für eine gute Sache, da ist es für uns selbstverständlich, dass ich die Gruppe kostenlos gefahren habe", sagt Suck.

Hubschraubereinsatz im Visier
Nach dem Übungsabend am Edersee hat Staffelleiter Stephan Gündling schon die nächste Idee für ein Training, das ebenfalls als sehr realistisch einzustufen ist: "Wir wollen gern mit den Hunden im Helikopter fliegen und in einem Einsatzgebiet abgesetzt werden". Weniger spektakulär, aber durchaus interessant für Besucher dürfte der nächste öffentliche Termin im Jahresplan der Staffel sein: Hundeführer und Tiere zeigen beim Tag der offenen Tür beim DRK in Korbach am Sonntag, 8. September, zwischen 11 und 17 Uhr ihr Können. Gäste sind zu der Veranstaltung, bei der sich das heimische DRK umfassend präsentiert, herzlich willkommen.


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Zuletzt geändert am Freitag, den 30. August 2013 um 14:25 Uhr