Polizei im Nacken: Eilige Mama rast trotzdem

Mittwoch, den 28. September 2011 um 14:08 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel

KASSEL. Eine unter Termindruck und Sorge um ihre Kinder stehende Mutter ist mehrfach zu schnell gefahren. Als eine Zivilstreife die Frau nach einer Kontrolle nach Haus begleitete, drückte die 42-Jährige erneut kräftig auf die Tube.

Da mussten die Polizeibeamten im Nachhinein doch etwas schmunzeln - obwohl die Tempoverstöße der 42-Jährigen eigentlich wegen der Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer gar nicht witzig sind. Den Beamten der Kasseler Verkehrsinspektion war am Dienstagmittag gegen 13.10 Uhr auf der Nürnberger Straße in Richtung Fuldabrück mit ihrem Video-Fahrzeug eine "Familienkutsche" aufgefallen, die im 50er Bereich mit 80 km/h und im darauffolgenden 70er Abschnitt mit 106 km/h in der Spitze unterwegs war.

Hinter der Auffahrt zur A 49 stoppten die Polizisten das Fahrzeug. Am Steuer saß eine 42 Jahre alte Frau aus Fuldabrück, die ganz überrascht war, von der Polizei angehalten zu werden. Wie Polizeihauptkommissar Olaf Marzog berichtete, war die Fahrerin offenbar arg unter Zeitdruck. Sie müsse schnell nach Hause, wollte eigentlich schon um 13 Uhr dort sein, zwei kleine Kinder warteten. "Dann bat sie uns freundlich, ob wir die weiteren Formalitäten nicht auch bei ihr zuhause klären könnten", so Marzog. Dann müssten die Kinder nicht noch länger warten. Für die Polizisten kein Problem. Sie willigten ein und sagten der Dame, dass sie vorfahren solle, man fahre hinter ihr her bis zur genannten Wohnanschrift in Bergshausen.

Gesagt, getan. Was aber die Polizisten ein wenig überraschte war der Umstand, dass die Dame erneut kräftig aufs Gaspedal drückte und in einer 70er-Zone erneut mit 100 Sachen unterwegs war. Vor der Haustür angekommen fragten die Polizisten, was sie sich denn dabei gedacht habe, unter den Augen der Polizei erneut die Geschwindigkeit deutlich zu überschreiten. Dazu habe die Frau, die offenbar total im Familienstress steckte, nur bemerkt, dass sie so in Gedanken gewesen sei und darüber das Polizeiauto hinter ihr total vergessen habe. Bei allem Verständnis der Polizisten, dass manchmal nicht alles unter einen Hut zu bekommen ist, wird die Autofahrerin für die Geschwindigkeitsüberschreitungen dennoch gerade stehen müssen. Laut Polizeimeldung von Mittwochmittag erwarten die Frau 80 Euro Bußgeld und drei Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg.

Zuletzt geändert am Mittwoch, den 28. September 2011 um 21:41 Uhr