30.000 Euro für "Sohn" abgehoben - Banker wird skeptisch

Freitag, den 31. März 2017 um 13:24 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Die 30.000 Euro (Symbolbild) für ihren angeblichen Sohn hatte die Rentnerin bereits bei der Bank abgehoben. Die 30.000 Euro (Symbolbild) für ihren angeblichen Sohn hatte die Rentnerin bereits bei der Bank abgehoben. Foto: ots/Archiv

BAD WILDUNGEN. An der Aufmerksamkeit und Skepsis eines Bankangestellten ist in der Badestadt ein Enkeltrick gescheitert, bei dem eine 79-Jährige beinahe 30.000 Euro an ihren vermeintlichen Sohn verloren hätte. Die Bedenken des Bankers und ein Gespräch mit der Polizei ließen die Rentnerin misstrauisch werden...

Der Vorfall, über den Polizeisprecher Jörg Dämmer an diesem Freitag berichtete, hatte sich bereits vor einer Woche ereignet: Am vergangenen Freitagmittag um 13 Uhr hob eine 79-jährige Dame aus Bad Wildungen bei einem Geldinstitut in der Badestadt 30.000 Euro von ihren Ersparnissen ab. Dem auszahlenden Bankangestellten kam die Sache merkwürdig vor, er fragte nach und wies die Kundin auch deutlich auf den Enkeltrick hin.

"Enkeltrick kenne ich"
Die Dame antwortete aber nur, dass das Geld für einen Verwandten in der Schweiz sei. Diese Antwort bekräftigte seinen Verdacht, worauf der Bankangestellte die Polizei in Bad Wildungen verständigte. Nach dem Hinweis setzte sich sofort ein Polizeibeamter mit der 79-Jährigen in Verbindung. Doch auch diesem erzählte sie, dass das Geld für ihren Sohn in der Schweiz sei - und dass sie den Enkeltrick kenne. Die Dame machte gegenüber dem Polizeibeamten einen geistig klaren Eindruck, und sie war sich auch sicher, mit ihrem Sohn in der Schweiz am Telefon gesprochen zu haben.

Der vermeintliche Filius hatte nämlich morgens angerufen und sie um Geld gebeten, weil er sich angeblich in einer Notsituation befände. Die Geldübergabe sollte nachmittags um 16.15 Uhr stattfinden. Um 14.50 Uhr teilte der Bankangestellte der Polizei in Bad Wildungen dann mit, dass die Dame die 30.000 Euro wieder auf ihr Konto eingezahlt habe.

Misstrauisch geworden
Als Erklärung gab sie an, dass sie durch ihn und die Polizei misstrauisch geworden sei und daraufhin ihren Sohn in Schweiz angerufen habe. "Dieser wusste natürlich von nichts", sagte der Polizeisprecher. Die Ordnungshüter appellieren aus gegebenem Anlass erneut, bei solchen oder ähnlichen Anrufen misstrauisch zu sein und den Sachverhalt genauer zu hinterfragen. Ein Rückruf lässt den Schwindel meist sofort auffliegen. (ots/pfa)  

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Zuletzt geändert am Freitag, den 31. März 2017 um 15:35 Uhr