Zum Jahreswechsel: Reichlich Alkohol, reichlich Ärger

Montag, den 02. Januar 2017 um 18:20 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Carport und Auto wurden bei dem Brand in Frankenberg zerstört. Carport und Auto wurden bei dem Brand in Frankenberg zerstört. Foto: Feuerwehr Frankenberg

WALDECK-FRANKENBERG. Neben den bereits auf 112-magazin.de berichteten Vorfällen zum Jahreswechsel gab es zahlreiche Einsätze der Polizei in der Silvesternacht in in Waldeck-Frankenberg. Dabei waren deutlich mehr Polizeibeamte im Einsatz als in den vergangenen Jahren, Kräfte der Bereitschaftspolizei unterstützten die heimischen Ordnungshüter.

"Die Kollegen konnten sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen, sie waren im Dauereinsatz", sagte am Montag Polizeisprecher Volker König über den Jahreswechsel aus polizeilicher Sicht. Bei den meisten Personen, wegen derer die Polizei tätig wurde, war Alkohol im Spiel. Nachfolgend die Meldungen der Pressestelle nach Dienstbezirken beziehungsweise Polizeistationen aufgegliedert:

Frankenberg
Im Haselweg wurden um kurz nach Mitternacht Feuerwerkskörper aus einer Gruppe Jugendlicher heraus auf Nachbarn abgefeuert. Dabei entstand kein Schaden, der Streit konnte geschlichtet werden. Ähnliches ereignete sich am Bürgerhaus in Sachsenberg. Auch hier gab es keinen Schaden und die Unstimmigkeiten wurden beigelegt. Um 1.10 Uhr kam es zu einem Carportbrand in der Siegener Straße (wir berichteten in der Zusammenfassung am Neujahrstag). Dabei brannte auch ein Opel Corsa aus. Alle Bewohner des Hauses und auch eines Nachbarhauses wurden evakuiert, sie blieben unverletzt. Der Sachschaden wird auf etwa 30.000 Euro geschätzt. Die eingesetzten Feuerwehren aus Frankenberg, Röddenau und Schreufa hatten das Feuer schnell unter Kontrolle. Ihnen gelang es, ein Übergreifen auf das angrenzende Wohnhaus zu verhindern (weitere Informationen und Bilder hier klicken). Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand brach das Feuer aus noch ungeklärter Ursache in einer Restmülltonne aus. Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei wurden während der Löscharbeiten von einem 20-jährigen Passanten aus Waldeck mehrfach massiv beleidigt. Zudem musste er mehrfach des Gefahrenbereichs verwiesen werden. Für sein ungebührliches Verhalten muss er sich nun strafrechtlich verantworten.

Gegen 4 Uhr soll es in einer Gastwirtschaft in der Uferstraße zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Frauen gekommen sein, bei der eine 42-jährige Frankenbergerin im Gesicht und an der Hand leicht verletzt wurde. Ihre Kontrahentin war nicht mehr anzutreffen. Die Unbekannte soll etwa 22 bis 25 Jahre alt und 1,60 Meter groß sein. Sie hat schulterlange dunkle Haare und ist von schlanker Gestalt. Sie war zur Tatzeit schwarz gekleidet. Kurz darauf wurde ein torkelnder, dunkel gekleideter Mann auf der Frankenberger Umgehungsstraße in Höhe des Abzweigs zur Burgwaldkaserne gemeldet. Der stark alkoholisierte Mann aus Schleswig-Holstein war beim Eintreffen der Polizeistreife wohl auch schon gestürzt. Die Beamten brachten ihn zurück nach Frankenberg, wo er die Silvesternacht bei Bekannten verbracht und reichlich Alkohol konsumiert hatte. Warum er zu Fuß auf der Umgehungsstraße unterwegs war, konnten die Beamten nicht in Erfahrung bringen.

Kurze Zeit später wurde der alkoholisierte Mann erneut auffällig. Nachdem die Polizei den Mann abgesetzt hatte, kam es nämlich zu Streitigkeiten, die den Mann erneut veranlassten, sich zu Fuß auf den Weg zu machen. Er kam aber nicht weit. Auch dieses Mal machten ihn die Beamten am Frankenberger Ortsausgang in Richtung Bottendorf ausfindig. Dieses Mal zeigte sich der Mann aber renitent, so dass er den Rest der Nacht in der Frankenberger Gewahrsamszelle verbringen "durfte". Letztlich wurden die Beamten noch ins Frankenberger Krankenhaus gerufen. Dort war ein 24-jähriger Frankenberger mit Schnittverletzungen eingeliefert worden. Der junge Mann hatte sich vor Eintreffen der Polizei aber bereits wieder selber entlassen und war auch den Rest der Nacht nicht mehr auffindbar. Wo und unter welchen Umständen er die Verletzungen erlitten hat, blieb zunächst unklar.

Korbach
Um 0.35 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Brand in einer Lagerhalle in der Itterstraße/Herbstbreite gerufen. In der Halle standen zwei mit Papier, Pappe und Abfällen beladene Anhänger, ein Auto und Baumaschinen. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand brach das Feuer auf einem der beiden Anhänger aus. Die Brandursache steht noch nicht fest, könnte aber durch einen Feuerwerkskörper verursacht worden sein, der durch das offenen Tor geflogen war - aufgrund von Renovierungsarbeiten war nämlich das Tor der Halle geöffnet. Die eingesetzte Feuerwehr hatte das Feuer schnell unter Kontrolle. Die Halle ist von innen und außen verrußt. Der Schaden wird auf bis zu 30.000 Euro geschätzt. Eine in angrenzenden Räumen wohnende Rollstuhlfahrerin wurde für die Dauer der Löscharbeiten vorsorglich evakuiert, konnte aber später wieder in ihre Wohnung zurück (wir berichteten).

Einen 15-jährigen Jugendlichen, der zu Fuß auf der Bundesstraße 251 zwischen Usseln und Neerdar unterwegs war, entdeckte eine Streife der Korbacher Polizei um 1.50 Uhr. Er hatte in Usseln Silvester gefeiert und sich nach einem Streit zu Fuß von dannen gemacht. Er wollte bei eisigen Temperaturen von minus elf Grad Celsius noch bis nach Bad Wildungen-Reinhardshausen laufen. Die Beamten nahmen den jungen Mann in Obhut, brachten ihn zur Polizeistation in Korbach und verständigten die Erziehungsberechtigen, die ihren Sprössling dann in Korbach abholten.

In einer Pension in Usseln kam es um 2.40 Uhr wegen einer offenstehenden Rechnung zu Handgreiflichkeiten zwischen Eheleuten aus Moers, wobei die Ehefrau eine Beule an der Stirn und blaue Flecken am Oberarm davontrug. Ihr Ehemann muss sich nun hierfür strafrechtlich verantworten. Um 4 Uhr kam es in einem Gaststätte in der Straße In den Kämpen zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Streithähnen, in deren Verlauf ein spanischer Student, der zur Zeit in Willingen wohnt, einem 23-jährigen Mann aus dem Main-Kinzig-Kreis mit einem Bierglas ins Gesicht schlug. Dieser zog sich dabei Schnittverletzungen im Gesicht und an der Hand zu. Auch seine Freundin, die schlichtend eingreifen wollte, verletzte sich an der Hand. Kurze Zeit später kam es zu Familienstreitigkeiten in Korbach, die aber geschlichtet werden konnten.

Letztlich mussten die Beamten noch zu einer weiteren Auseinandersetzung nach Berndorf in die Ringstraße. Hier waren zwei junge Frauen aneinandergeraten. Sie schlugen gegenseitig aufeinander ein und rissen sich Haare aus. Dabei wurde auch eine Tür beschädigt. Den Grund für diese Auseinandersetzung fand die Polizei noch nicht heraus.

Bad Arolsen
Um kurz nach Mitternacht legte ein Unbekannter in der Pfortenstraße in Volkmarsen einen Feuerwerkskörper auf die Sitzbank eines Motorrollers, der mit einer Plane abgedeckt war. Dadurch geriet die Abdeckplane in Brand und auch der Roller wurde beschädigt. Nachbarn bemerkten das Feuer, zogen den Roller von der Hauswand weg und auf die Straße, wo sie das Feuer mit einem Feuerlöscher erstickten. Der Schaden wird auf 400 Euro geschätzt. Der Verursacher ist nicht bekannt. Um 0.20 Uhr geriet eine Hecke am Bahnhof in Mengeringhausen in Brand. Das Feuer, das vermutlich von einem Feuerwerkskörper entfacht worden war, richtete nur geringen Schaden an und wurde von der Feuerwehr Mengeringhausen schnell gelöscht. Ähnliches ereignete sich kurze Zeit später in Bad Arolsen in Bahnhofstraße an einer Bushaltestelle. Dort brannte es an einem Baum. Hier löschte eine Streifenwagenbesatzung die Flammen mit einem Feuerlöscher, ein Einschreiten der Feuerwehr war nicht mehr notwendig.

Um 2 Uhr kam es in Hesperinghausen zu Streitigkeiten zwischen zwei Mietparteien wegen zu lauter Musik. Dieser bereits länger andauernde Streit konnte geschlichtet werden. Im Steinweg in Volkmarsen ereignete sich dann ein Vorfall, bei dem die Besatzung eines Rettungswagens von einem renitenten und alkoholisierten Patienten angegriffen wurde. Ein 18-jähriger Heranwachsender aus Korbach war mit Freunden im Steinweg unterwegs. Da der junge Mann nicht mehr Herr seiner Sinne war, riefen die Freunde vorsorglich einen Rettungswagen. Als der junge Mann bemerkte, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden sollte, versuchte er zu flüchten und stürzte dabei mehrfach unkontrolliert zu Boden. Einem der Sanitäter schlug er dann mehrfach ins Gesicht. Den Rettungskräften und der Polizei gelang es schließlich, den Mann zu fixieren und ruhig zu stellen. Aufgrund seiner starken Alkoholisierung mit Ausfallerscheinungen musste der Korbacher sogar intensivmedizinisch betreut werden.

In einer Diskothek in Mengeringhausen gerieten um 3 Uhr zwei junge Frauen aneinander. Grund hierfür ist wohl ein bereits länger andauernder Streit, der nun eskalierte. Eine 25-jährige Bad Arolserin folgte einer 21-jährigen Frau aus Liebenau in die Damentoilette und stieß sie gegen eine Tür. Zwei weitere Frauen, die schlichtend eingreifen wollten, wurden durch Faustschläge ebenfalls verletzt. Außerdem wurden ihnen Haare ausgerissen.

Bad Wildungen
Um Mitternacht mussten die Beamten ausrücken, weil eine junge Frau aufgrund psychischer Probleme ihren Freitod angekündigt hatte. Die Beamten waren aber rechtzeitig da. Weitere Angaben zu diesem Fall machte die Polizei aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Zur selben Zeit waren in Albertshausen Pferde ausgebrochen und Richtung Hüddingen unterwegs. Um 1 Uhr meldete ein Bewohner eines Einfamilienhauses in der Straße Am Katzenstein in Reitzenhagen, dass unbekannte Diebe in der Zeit ab 22 Uhr versucht hatten, in sein Haus einzubrechen. Der oder die Diebe hatten einen Umgrenzungszaun niedergedrückt und das Grundstück betreten. Anschließend zerstörten sie einen Bewegungsmelder, flüchteten dann aber. Vermutlich wurden sie gestört.

Schließlich mussten die Beamten um 2.15 Uhr noch einen Verkehrsunfall auf der Reitzenhagener Straße in Alt Wildungen aufnehmen. Eine 66-jährige Bad Wildungen befuhr mit ihrem beigen Opel Zafira (Taxi) die Reitzenhagener Straße aus Richtung Reitzenhagen kommend in Richtung Bad Wildungen. An einer Grundstückseinfahrt wollte sie nach links einbiegen. Zeitgleich wollte ein hinter ihr fahrender 72-jähriger Mann aus einem Waldecker Ortsteil mit seinem silbergrauen Mercedes SLK überholen. Auf dem Gehweg kam es zum Zusammenstoß. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Alkohol war auch nicht im Spiel.

Weitere Einsätze
Neben diesen genannten Einsätzen gab es noch weitere, so dass die Polizei in Waldeck-Frankenberg nicht von einem ruhigen Silvesterabend sprechen kann. Manfred Bergener, Leiter der Führungsgruppe: "Die Polizei hat dem erhöhten Sicherheitsanspruch der Bevölkerung Rechnung getragen. Wir hatten in der Silvesternacht deutlich mehr Polizei auf der Straße als in Jahren zuvor. Das Konzept ist aufgegangen. Wir hatten zwar viel zu tun, aber schwerwiegende Straftaten haben wir keine registriert. Auch die Brände gingen glimpflich aus, es wurde niemand verletzt." (ots/pfa)  


Über einige Einsätze in der Silvester- und Neujahrsnacht hatte 112-magazin.de bereits am Sonntag berichtet:
Neujahrsnacht: Feuer in Lagerhalle, Carport abgebrannt (01.01.2017, mit Fotos)


Zuletzt geändert am Montag, den 02. Januar 2017 um 21:50 Uhr