Ausgeguckte Opfer fallen nicht auf Enkeltrick herein

Donnerstag, den 08. Dezember 2016 um 11:56 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Häufig sind es ältere Menschen, die sich die Täter für ihre Betrugsversuche ausgucken. Häufig sind es ältere Menschen, die sich die Täter für ihre Betrugsversuche ausgucken. Foto: ots/Archiv

WALDECK-FRANKENBERG. Weiterhin versuchen Betrüger auch im Landkreis Waldeck-Frankenberg, mit dem Enkeltrick Kasse zu machen. Von drei neuen Fällen erfuhr die Polizei aus Frankenberg und Bad Wildungen. Zum Zuge kamen die Täter aber nicht.

Eine junge Frau hatte sich als Enkelin oder Nichte ausgegeben und eine finanzielle Notlage vorgetäuscht. Für den Kauf einer Wohnung forderte sie hohe Geldsummen. In einem anderen Fall wurde eine Senioren von einem männlichen Anrufer gezielt nach Bargeld und Schmuck ausgefragt. Ihr wurde aufgetragen, niemanden von dem Anruf zu erzählen.

In keinem der Fälle hatten die Anrufer Erfolg. Alle Senioren kannten den Enkeltrick und entlarvten die Unbekannten am Telefon als Betrüger. Diese legten dann sofort auf.

Aus Anlass der erneuten Betrugsversuche gibt die Polizei Tipps und Hinweise, die davor schützen, Opfer eines Enkeltricks zu werden:

  • Oberstes Gebot! Niemals Geld an unbekannte Personen übergeben
  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer, ohne ihren Namen zu nennen, als Verwandte, Bekannte oder Freunde ausgeben. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, zu raten, wer Sie anruft
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis
  • Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen immer sofort persönliche Rücksprache und benutzen Sie dazu nur die Ihnen bekannten Rufnummern
  • Informieren Sie unter der Notrufnummer 110 sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt

Der Enkeltrick bleibt nach wie vor eine aktuelle Betrugsmasche, mit der Kriminelle versuchen, hauptsächlich ältere Menschen um ihr Erspartes zubringen. Angehörige älterer Menschen sollten mit ihren Verwandten immer wieder über das Phänomen Enkeltrick sprechen und sie vor der Masche warnen.

"Du weißt doch, wer dran ist, oder?"
Die Vorgehensweise ist immer nahezu gleich, bei den Geschichten am Telefon zeigen sich die Betrüger durchaus kreativ und variabel. Vorsicht ist geboten, wenn das Telefon klingelt und der erste Satz in etwa so lautet wie: "Hallo Oma (oder Ansprache mit Namen), ich bin's. Bin grad in der Nähe und wollte mich mal melden. Du weißt doch er dran ist, oder?" Das potentielle Opfer glaubt durch die persönliche Ansprache, jemanden zu erkennen, und spricht dann einen Namen aus, den der Anrufer fortan benutzt.

Rhetorisch geschickt baut der Täter mit belangloser Konversation ein Vertrauensverhältnis auf, um dann irgendwann zum wahren Grund des Anrufs zu kommen: Der Anrufer braucht Geld. Die Geschichte dazu variiert: Da gibt es zum Beispiel das Schnäppchen beim Autokauf, weil das alte einen irreparablen Defekt hat, die Geschichte über die überaus günstige Eigentumswohnung, deren Erwerb nur jetzt möglich ist, den notwendigen Umzug, der aber von der sofortigen Zahlung der Kaution abhängt, weil sonst die Wohnung weg ist, das fehlende Geld für die Autoreparatur nach einem Unfall oder eine andere angebliche Verwendung. Die erlogenen Geschichten sind vielfältig, haben aber alle das gleiche Ende - die Bitte um Geld. Haben die Betrüger ihr Opfer an der Angel, lassen sie es nicht mehr los. Sie dirigieren es dauerhaft, damit es nicht nachdenken kann und bringen es sogar dazu, das Geld an einen zufällig in der Nähe befindlichen Boten, einen ihnen eigentlich völlig fremden Menschen, zu übergeben - das spart ja zusätzlich Zeit.

Dazu ein Polizeisprecher: "Lassen Sie sich am Telefon keinesfalls unter Zeitdruck setzten. Verabreden Sie sich nicht blind. Nehmen Sie vor allem kein Geld mit, holen Sie keins ab und geben Sie es niemals an Ihnen völlig fremde Menschen weiter. Setzten Sie sich vor Ihren Aktivitäten unbedingt selbst sofort mit dem angeblichen Anrufer in Verbindung."

Weitere Informationen zum Enkeltrick gibt es unter anderem auf der Homepage polizei-beratung.de. (ots/pfa) 

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Zuletzt geändert am Donnerstag, den 08. Dezember 2016 um 11:57 Uhr