Wohnhausbrand in Mehlen durch fahrlässiges Handeln

Samstag, den 21. Mai 2016 um 05:30 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Das Feuer in diesem Mehrfamilienhaus in Mehlen vor gut zwei Wochen entstand durch fahrlässiges Handeln eines Bewohners. Dasergaben die Ermittlungen der Kripo. Das Feuer in diesem Mehrfamilienhaus in Mehlen vor gut zwei Wochen entstand durch fahrlässiges Handeln eines Bewohners. Dasergaben die Ermittlungen der Kripo. Fotos: pfa/Archiv

MEHLEN. Der Dachstuhlbrand in einem Mehrfamilienhaus an der Giflitzer Straße in Edertal-Mehlen vor gut zwei Wochen ist durch fahrlässiges Handeln eines Bewohners entstanden. Das ergaben die bisherigen Ermittlungen der Korbacher Kriminalpolizei, wie Polizeisprecher Jörg Dämmer auf Anfrage von 112-magazin.de berichtete.

Insgesamt 15 Menschen hatten sich am Montagabend, 9. Mai, aus dem brennenden Haus ins Freie gerettet (wir berichteten). Eine im Dachgeschoss wohnende Frau wurde in ein Krankenhaus gebracht - mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung und einem Schock. Trotz des massiven Einsatzes der Feuerwehren aus mehreren Edertaler Ortsteilen und aus Bad Wildungen brannte das Dachgeschoss weitgehend aus, das Mehrfamilienhaus ist seitdem unbewohnbar. Die Ortsdurchfahrt von Mehlen blieb mehrere Tage gesperrt, weil Teile des Gebäudes auf die Fahrbahn zu stürzen drohten und zunächst Sicherungsarbeiten vorzunehmen waren.

Ausgebrochen war das Feuer gegen 20.30 Uhr im Dachgeschoss. Die Kriminalpolizei nahm am Abend des Brandes noch während der Löscharbeiten die Ermittlungen zur Brandursache auf. Die Brandexperten der Kripo fanden nach Auskunft ihres Sprechers Jörg Dämmer heraus, dass weder ein technischer Defekt noch eine vorsätzliche Brandstiftung zu dem Feuer geführt hatten. Vielmehr hätten die Ermittler Anhaltspunkte dafür erlangt, dass eine fahrlässige Brandstiftung in der Dachgeschosswohnung den Wohnhausbrand auslöste. Nähere Angaben machte Dämmer nicht, die Ermittlungen seien noch nicht vollständig abgeschlossen.

Früheren Angaben der Polizei zufolge war durch das Feuer ein Schaden von mindestens 150.000 Euro entstanden. Aktuelle Zahlen lägen ihm nicht vor, sagte der Sprecher.

Hintergrund
Eine fahrlässige Brandstiftung liegt vor, wenn kein Vorsatz, also keine Absicht, besteht und ein Feuer aus Versehen ausbricht. Wenn also zum Beispiel eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe, eine vergessene Kerze, ein versehentlich nicht abgeschalteter Elektroherd oder heiße Asche im Mülleimer ein Feuer entstehen lassen, sprechen die Ermittler von Fahrlässigkeit.


Auch das Feuer in Obernburg, bei dem am 1. Mai ein junger Mann starb, sowie einen Dachstuhlbrand in Rhoden mit vier Verletzten wenige Tage später führt die Kripo auf Fahrlässigkeit zurück:
Schwelbrand mit einem Toten: Feuer brach am Herd aus (01.05.2016, mit Fotos)
Brand mit vier Verletzten in Rhoden durch Fahrlässigkeit (10.05.2016, mit Video/Fotos)

Zuletzt geändert am Samstag, den 21. Mai 2016 um 06:58 Uhr

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