Landsmann getötet: Anklage gegen Asylbewerber

Mittwoch, den 01. Oktober 2014 um 10:00 Uhr Verfasst von  Bernd Schünemann, HNA
Weil er in Korbach einen Landsmann umgebracht haben soll, steht demnächst ein Jugendlicher aus Eritrea in Kassel vor Gericht. Weil er in Korbach einen Landsmann umgebracht haben soll, steht demnächst ein Jugendlicher aus Eritrea in Kassel vor Gericht. Foto: pfa/Archiv

WALDECK-FRANKENBERG. Die Staatsanwaltschaft hat zwei Anklagen nach heftigen Auseinandersetzungen zwischen Asylbewerbern erhoben. Wegen des Vorwurfs des Totschlags muss sich ein Jugendlicher aus Eritrea demnächst vor dem Landgericht in Kassel verantworten. Das teilte Dr. Götz Wied, Sprecher der Kasseler Staatsanwaltschaft, auf Anfrage der HNA mit.

Nach einer Messerstecherei in einer Unterkunft in Dorfitter wurde ebenfalls Anklage erhoben. Der heute 45-Jährige soll sich wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ebenfalls vor dem Kasseler Landgericht verantworten.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag 2013 war ein Streit unter Asylbewerbern in Korbach eskaliert. Dabei war schließlich ein 36-Jähriger aus Eritrea am Kopf und am Hals tödlich verletzt worden. Nähere Angaben wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft dazu nicht machen, weil der Angeklagte minderjährig ist. Deswegen wird das Kasseler Gericht auch nichtöffentlich verhandeln, sagte Wied. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Mit Messer zugestochen
In Dorfitter war es Mitte Mai zu einer Messerstecherei gekommen. Dabei hatte ein 23-Jähriger aus Somalia lebensbedrohliche Verletzungen erlitten. Der Mann wurde durch eine Notoperation im Korbacher Krankenhaus gerettet. Am Tatort nahmen Polizisten einen Mann aus Somalia fest, gegen den Haftbefehl erlassen wurde.

Nach Angaben von Wied war das Opfer zunächst mit einer Bierflasche auf den Hinterkopf geschlagen worden. Dann sei zunächst Ruhe eingekehrt. Der Angeklagte sei aber zurückgekommen und habe zweimal mit einem Messer auf seinen jüngeren Landsmann eingestochen. Der Angeklagte kann sich jetzt zu den Vorwürfen äußern. Außerdem muss das Schwurgericht am Kasseler Landgericht über die Eröffnung des Verfahrens entscheiden, sagte Wied.

Zuletzt geändert am Freitag, den 05. Dezember 2014 um 10:27 Uhr