Kein Diebstahl: Harvesterketten von Schrotthändler entsorgt

Montag, den 24. Februar 2014 um 15:52 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Der vermeintliche Diebstahl zweier tonnenschwerer Ketten für einen Harvester von einem Parkplatz in Dorfitter hat sich geklärt... Der vermeintliche Diebstahl zweier tonnenschwerer Ketten für einen Harvester von einem Parkplatz in Dorfitter hat sich geklärt... Fotos: pfa

DORFITTER. Der vermeintliche Diebstahl zweier sogenannter Traktionsbänder von einem Parkplatz in Dorfitter ist aufgeklärt: Der Pächter der Stellfläche ließ die beiden tonnenschweren Metallketten, die auf Holzerntemaschinen zum Einsatz kommen, von einem Schrotthändler entsorgen.

"Es handelt sich um einen Privatparkplatz, der für die Gäste meines Imbissbetriebs vorgesehen ist", erklärt Michael Sonderkamp. Der 48-Jährige ist seit einem Jahr Pächter des Schnellrestaurants "Elmi's Tischlein deck dich" an der Ortsdurchfahrt von Dorfitter. Zum Pachtobjekt gehört nach Angaben Sonderkamps auch der Parkplatz oberhalb des Gebäudes. Schilder mit der Aufschrift "Nur für Gäste - widerrechtlich agestellte Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt" weisen an mehreren Stellen darauf hin.

Das, was die Schilder unberechtigten Autofahrern androhen, hat Michael Sonderkamp nun auch mit den beiden nach seiner Meinung widerrechtlich abgelegten Traktionsketten gemacht. "Nachdem die Ketten eine Woche auf meinem Parkplatz lagen und sich ein Kind beim Aussteigen aus einem Fahrzeug in der Dunkelheit beinahe daran verletzt hätte, musste ich handeln", erklärt der Imbissbetreiber - er habe einen Schrotthändler mit der Entsorgung der beiden je 1000 Kilogramm schweren Traktionsbänder beauftragt. Weil der Entsorger die 70 Zentimeter breiten Spezialketten wegen des hohen Gewichts nicht einfach so mit seinem Kran aufladen konnte, musste er sie mit einem Schneidbrenner zunächst halbieren. Erst dann war laut Sonderkamp ein Abtransport möglich.

"Ich hätte ja nichts dagegen gehabt, wenn die Ketten zwei Tage auf meinem Parkplatz gelegen hätten und man mich gefragt hätte", begründet der 48-Jährige sein Vorgehen. Er habe aber weder gewusst, wer die Ketten am Rande des Parkplatzes abgeladen hatte, noch, ob sie überhaupt wieder abgeholt würden. "Ich musste schließlich meiner Verkehrssicherungspflicht nachkommen und habe die Traktionsbänder entsorgen lassen".

Als der Besitzer der Ketten, ein Forstunternehmer aus dem Raum Willingen, die Traktionsbänder abholen wollte, verwies ihn der Imbissbetreiber an den Schrotthändler. Dort lagerten die Ketten zwar noch, waren aber wie gesagt durchtrennt. Der Forstunternehmer fordert laut Sonderkamp nun Schadenersatz. Diese Forderung weisen sowohl der Parkplatzpächter als auch der Entsorger zurück.

Für die Polizei sind die Ermittlungen in dem Fall abgeschlossen. Ihr Sprecher Volker König bestätigte gegenüber 112-magazin.de, dass die Ketten von einem Schrotthändler abgeholt worden waren. "Alles Weitere muss die Staatsanwaltschaft entscheiden", sagte König mit Blick auf mögliche strafrechtliche Konsequenzen.


112-magazin.de berichtete über den zunächst als Diebstahl angezeigten Fall:
Tonnenschwere Traktionsbänder für Harvester gestohlen (04.02.2014)

Zuletzt geändert am Montag, den 24. Februar 2014 um 16:42 Uhr