Wohnhaus und Stall niedergebrannt

Donnerstag, den 18. September 2008 um 12:56 Uhr Verfasst von  Dennis Schmidt

KOTTHAUSEN. Wohnhaus und Stall eines Bauernhofes sind am Donnerstagnachmittag komplett abgebrannt. Niemand wurde verletzt. Der vor dem Bauernhof an der Landesstraße 3393 spielende achtjährige Sohn der Familie bemerkte am späten Nachmittag um kurz nach 16 Uhr Qualm und verständigte seine Großmutter. Diese lief ins Haus und rettete ein zwei Jahre altes Kleinkind, das im Haus geschlafen hatte. Insgesamt leben nach Angaben der Polizei Großeltern, Eltern und drei Kinder auf dem Hof. Sie alle blieben unverletzt. Den Notruf abzusetzen gelang der Großmutter vom Hof aus nicht - zu diesem Zeitpunkt war das Telefon bereits "tot". Erst vorbeifahrende Autofahrer alarmierten per Mobiltelefon die Feuerwehr.

Als das erste Fahrzeug der benachbarten Feuerwehr Bontkirchen an der Brandstelle eintraf, schlugen die Flammen bereits aus dem Dach des Wohnhauses und der Stallung. Ausgebrochen war der Brand in einem Bereich des Scheunentraktes, wo unter anderem Heurundballen gelagert waren. Insgesamt mehr als 70 Feuerwehrleute aus Bontkirchen, Brilon, Hoppecke, Messinghausen, Stormbruch, Heringhausen, Schwalefeld und Willingen rückten nach Kotthausen aus. Die Einsatzkräfte unter Leitung des Briloner Wehrführers Günther Piasecki retteten alle 230 Kühe, Rinder und Bullen aus den Stallungen und verhinderten das Übergreifen der Flammen auf einen neueren großen Stall. Löschwasser förderten die Brandschützer aus dem nicht weit entfernten Bachlauf der Itter zu dem Gehöft.

"Wir haben das Maximum rausgeholt", erklärte der stellvertretende Sprecher der Feuerwehren Brilon, Marc Heines. Trotz des umfassenden Löscheinsatzes - unter anderem mit zwei Drehleitern und einem Wasserwerfer - brannten das Wohnhaus und ein im rechten Winkel dazu stehender Stall nahezu komplett nieder. Es sei "Totalverlust" zu beklagen, sagte der Waldeck-Frankenberger Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick. Auch ein Strohlager mit Rundballen brannte völlig nieder. Vermutlich hatte Funkenflug die in einiger Entfernung zum Haus liegenden Strohvorräte entzündet. Die Löscharbeiten hier gestalteten sich langwierig, da das Stroh mit Frontladern auseinander gezogen und immer wieder abgelöscht werden musste.

Experten der Kriminalpolizei nahmen noch am späten Nachmittag Ermittlungen zur Brandursache auf. Diese war zunächst unklar. Wie es in einer ersten Schätzung hieß, habe der Brand einen Schaden von mindestens 200.000 Euro angerichtet. Feuerwehrleute kamen bei dem Brand nicht zu Schaden. Die Besatzung eines vorsichtshalber entsandten Rettungswagens brauchte nicht einzugreifen.

Nachträglich wurden noch die Feuerwehr Adorf zur Ausleuchtung und die Schnelleinsatzgruppe des Roten Kreuzes aus Korbach zur Verpflegung eingesetzt. Der Großteil der Einsatzkräfte rückte bis 22 Uhr ab. Eine Brandwache blieb jedoch noch die gesamte Nacht, um restliche Brandnester zu löschen.

Ironie des Schicksals: In etwa drei Wochen sollte auf den Hof eine Übung der Diemelseer Feuerwehren stattfinden, wie einer der Brandschützer am Abend gegenüber 112-magazin.de berichtete.