Frontalzusammenstoß mit Lkw - junger Mann eingeklemmt

Freitag, den 27. September 2019 um 15:10 Uhr Verfasst von  Matthias Böhl
Der Fahrer des Pritschenwagens wurde eingeklemmt, schwer verletzt und mit dem Hubschrauber in eine Kasseler Klinik geflogen. Der Fahrer des Pritschenwagens wurde eingeklemmt, schwer verletzt und mit dem Hubschrauber in eine Kasseler Klinik geflogen. Fotos: Matthias Böhl, 112-Magazin

GEISMAR. Wie gewaltig die Einwirkung ist, wenn zwei Fahrzeuge bei der Fahrt frontal zusammenstoßen, das wird auf besonders dramatische Art deutlich, wenn es sich dabei um Lastwagen handelt. So wie heute Mittag um 12 Uhr auf der Strecke von Frankenberg nach Geismar.

Der kleinere Wagen der beiden, ein Pritschenwagen von VW, der einem Handwerksbetrieb gehörte, ist im Bereich der Fahrerkabine komplett deformiert. Das Dach ist nach hinten geklappt. Das war die Feuerwehr. Der Einsatzleiter vor Ort zeigt mir an dem orangen Volkswagen eindrucksvoll, was seine Leute geschafft haben: „Hier in den Fußraum konnten wir bei unserem Eintreffen garnicht herein schauen. Wir mussten den Vorderwagen mit Zylindern nach vorne biegen“, erklärt er mir, während er in den Fußraum zeigt. Dort saß beim Eintreffen der rund 25 Kameraden der Frankenberger Feuerwehr ein 32-jähriger Mann. „Der Rettungsdienst konnte vor unserem Eintreffen schon über die Beifahrertür einsteigen und war bei dem Verletzten bereits mit der Versorgung zu Gange“, erklärt der Feuerwehrmann. Der Beifahrer, so erklärt mir der Mann weiter, sei bereits aus dem Fahrzeug geklettert und habe auf der Leitplanke gesessen. Der 27-jährige kam nach Auskunft der Polizei zur Beobachtung ins Krankenhaus nach Frankenberg. Ebenso der Fahrer eines großen Baustellenlasters aus Kirchhain – in seinen Laster ist der Pritschenwagen im Bereich einer Kurve geprallt. Der Lkw steht einige Meter weiter oben am rechten Fahrbahnrand – ebenfalls beschädigt.

Die Feuerwehrleute aus Frankenberg haben in enger Abstimmung mit den Kollegen von Rettungsdienst, Notarzteinsatzfahrzeug und Luftrettung gearbeitet. Nach dem Vorbiegen des Vorderwagens, dem Heraustrennen der Fahrertür, dem Abklappen und sichern des Daches, sowie der Sicherstellung des Brandschutzes vor Ort wurde der Mann dann befreit. 32 Jahre ist der Fahrer alt. So schwer verletzt worden, dass die Rettungskräfte den Rettungshubschrauber für den Transport in eine Klinik angefordert hatten. „Christoph 7“ aus Kassel steht direkt an der Einsatzstelle in einer Wiese. Der Pilot wartet auf die Mediziner und den Patienten und bereitet die Umlagerung bereits vor. Wir unterhalten uns kurz, als der junge Fahrer noch im Rettungswagen versorgt wird. Vor vielen Jahren hatten wir uns in Kassel bei einer Jubiläumsveranstaltung in der Orangerie getroffen. Heute ist der Einsatz real, hängt viel vom Hubschrauber ab.

Der RTW des Rettungsdienst Promedica hat den Patienten an Bord, zusammen mit dem Notarzt aus Röddenau und der Hubschrauberbesatzung wird er für den Flug vorbereitet. Retungswagen des DRK Frankenberg und des Malteser Hilfsdienstes haben unterdessen die beiden leichter verletzten Männer bereits ins Krankenhaus gefahren. In beide Richtungen hat sich der Verkehr weit zurück gestaut. Viele Lkw-Fahrer stehen an den Leitplanken und warten. Umdrehen können sie nicht. Einige schlafen in ihren Führerhäusern. Die, die draußen stehen unterhalten sich. Sind betroffen. Sie haben mitbekommen, dass hier auch ein Lkw beteiligt ist – „einer von ihnen“. Stundenlang mussten sie ausharren, bis die Straße geräumt, die Einsatzkräfte wieder abgerückt und die Öl- und Dieselspuren abgestreut waren. In dieser Zeit war der junge Fahrer bereits per Hubschrauber in Kassel gelandet und der optimalen Versorgung zugeführt worden.

Die Feuerwehrleute, die Rettungsdienstmitarbeiter, die Polizeibeamten und die Hubschrauberbesatzung haben einmal mehr ihr Können unter Beweis gestellt und routiniert einen schwer Verletzten eingeklemmten Menschen bestens versorgt, behutsam befreit und in die Klinik geflogen. Die Unfallstelle nach Spuren, Beweisen und Dokumenten durchsucht. Die Straße wieder so hergerichtet, dass kein anderer Verkehrsteilnehmer mehr durch die Unfallfolgen gefährdet wird.

„Der Kleinlaster ist aus noch unklarer Ursache auf die Gegenfahrbahn geraten und in den Lkw geprallt“, haben die Polizeibeamten vor Ort ermittelt. Sie hatten nun noch die Aufgabe, Angehörige über den Unfall zu informieren. Nach mehreren Stunden konnte die Vollsperrung wieder aufgehoben werden.

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