Wohnhausbrand greift auf zwei Nachbarhäuser über (aktualisiert)

Sonntag, den 29. November 2015 um 12:41 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Insgesamt drei Wohnhäuser waren von dem Großbrand (Symbolfoto) in Wichdorf betroffen. Insgesamt drei Wohnhäuser waren von dem Großbrand (Symbolfoto) in Wichdorf betroffen. Foto: pfa/Archiv

NIEDENSTEIN. Der Vollbrand eines Wohnhauses im Niedensteiner Ortsteil Wichdorf ist am Sonntagmorgen auf zwei Nachbarhäuser übergegriffen. Ein Großaufgebot an Einsatzkräfte rückte aus, die Bewohner der betroffenen Gebäude blieben unverletzt.

Nach ersten Informationen der Polizei wurde der Brand in Niedenstein-Wichdorf um 6.25 Uhr bei der Rettungsleitstelle Schwalm-Eder gemeldet. Zunächst war nur ein Haus in der Fünffensterstraße betroffen. Von dort griffen die Flammen jedoch sehr schnell auf ein Nachbarhaus über. Aus beiden Häusern wurden die ingesamt neun anwesenden Personen evakuiert.

Da das Feuer dann auch noch auf den Dachstuhl eines weiteren benachbarten Hauses in der Falkensteinstraße übergriff, mussten die Einsatzkräfte auch dort noch zwei Personen evakuieren. "Verletzt wurde nach aktuellem Sachstand bisher niemand", sagte Polizeisprecher Franz Skubski am Morgen. Die Feuerwehren aus Niedenstein, Fritzlar, Gudensberg und Kassel sowie der Rettungsdienst waren mit insgesamt etwa 120 Einsatzkräften ausgerückt und über Stunden im Einsatz.

Erste Ermittlungsergebnisse
Bei den beiden stark beschädigten Häusern handelt es sich um zwei Fachwerkhäuser die durch die jeweils angrenzenden Scheunen sowie einer Garage verbunden sind. Eine 24-Jährige aus Weilburg und ihr 27-jähriger Freund, die dort bei der Familie des jungen Mannes zu Besuch waren, entdeckten den Brand am Morgen. Die beiden jungen Leute reagierten ruhig und besonnen setzten einen entsprechenden Notruf an die Polizei ab und brachten dann alle Hausbewohner, darunter einen 69-jährigen Gehbehinderten aus dem brennenden Haus. Insgesamt befanden sich zu diesem Zeitpunkt sieben Menschen im Haus, die glücklicherweise alle unverletzt blieben.

Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte das Haus bereits komplett und das Feuer hatte auf die Scheune des nebenstehenden Anwesens übergegriffen. Auch ein etwa zwei Meter hinter dem ursprünglichen Brandhaus stehendes Anwesen an der Falkensteinstraße wurde in Mitleidenschaft gezogen. Aus den beiden ebenfalls betroffenen Häusern wurden durch Feuerwehr und Rettungskräfte weitere vier Personen evakuiert.

Ein Haus muss abgerissen werden
Nach etwa anderthalb Stunden war der Brand unter Kontrolle und weitgehend gelöscht. Die ersten Ermittlungen der Kriminalpolizei Homberg ergaben, dass der Brand möglicherweise auf den technischen Defekt eines eingeschalteten Luftkompressors zurückzuführen ist, der sich in der Garage des Anwesens befand. Zu weiteren Ermittlungen werden in den nächsten Tagen Brandursachenermittler des hessischen Landeskriminalamtes hinzugezogen. Der Gesamtsachschaden bei allen drei Häusern wird derzeit auf 170.000 Euro geschätzt.

Das eigentlich betroffene Haus ist komplett ausgebrannt und wird wegen Einsturzgefahr abgerissen. Bei umliegenden Häusern musste aus Sicherheitsgründen für kurze Zeit der Strom abgestellt werden. Die vom Brand betroffenen Hausbewohner sind bei Verwandten und Nachbarn untergebracht.

Auch am Nachmittag wurde von der Feuerwehr noch eine Brandwache gehalten, da immer Glutnester aufloderten.

Zuletzt geändert am Sonntag, den 29. November 2015 um 15:53 Uhr