Sechs Menschen mit Kohlenmonoxidvergiftung

Donnerstag, den 26. November 2015 um 13:23 Uhr Verfasst von  Matthias Böhl
Ein Großaufgebot von Rettungsdienst und Feuerwehr war am Morgen in Züschen im Einsatz. Ein Großaufgebot von Rettungsdienst und Feuerwehr war am Morgen in Züschen im Einsatz. Fotos: Matthias Böhl

ZÜSCHEN. Am Donnerstagmorgen ist eine Familie in Züschen nur knapp einer Katastrophe entgangen. Fünf Hausbewohner und eine Ersthelferin wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt, als die Gasheizung eines Wohnhauses im Birkenweg defekt war. Durch den Austritt von Gas waren Familienmitglieder bewusstlos geworden und mussten in Spezialkliniken gebracht werden.

Aufgeschreckt durch die Hilfeschreie des Familienvaters vor dem Haus wurde eine Nachbarin auf den Vorfall aufmerksam, die den Mann in Sicherheit brachte, anschließend die bewusstlosen Kinder und Familienmitglieder aus dem Haus zog und dann den Notruf absetzte.

Nur Minuten später waren erste Rettungskräfte aus Winterberg vor Ort, ebenso die Feuerwehren aus Langewiese, Neuastenberg, Winterberg und Züschen. Unter schwerem Atemschutz nahmen die Kameraden Messungen vor und konnten dabei eindeutig Kohlenmonoxid feststellen. Die tücksiche Gefahr dieses Gases ist, dass es geruchlos ist und man so zunächst keinen Hinweis auf die Gefährdung bekommen kann. Deshalb haben der Hochsauerlandkreis und der Kreis Waldeck-Frankenberg ihre Rettungsteams alle mit so genannten CO Warnern ausgestattet, damit die Helfer, die zu einer bewusstlosen Person alarmiert werden, umgehend gewarnt werden. Erst vor wenigen Monaten hatte diese Anschaffung einer Rettungswagenbesatzung in Battenberg das Leben gerettet, als sie zu einer vermeintlich gestürzten Person gerufen wurden. Atmet ein Mensch nur geringe Mengen dieses gefährlichen Gases ein, wird er bewusstlos und kann einen Atemstillstand erleiden. Nur mit einer speziellen Überdruckbeatmung und der Therapie in Druckkammern, oder mit einer kompletten Bluttransfusion kann das Leben solcher Patieten unter Umständen noch gerettet werden.

Ohne es zu wissen, hatte sich auch die Nachbarin der türkisch stämmigen Familie aus Züschen am Morgen in Lebensgefahr begeben. Auch sie musste dann in ein Krankenhaus gebracht werden. Wegen starken Nebels mussten die rund 25 Einsatzkräfte des Rettungsdienstes aus dem Hochsauerlandkreis und Waldeck-Frankeberg auf den Einsatz von Rettungshubschraubern vor Ort verzichten und so wurden die Patienten zunächst auf umliegende Häuser in Winterberg und Grafschaft verteilt, zwei Kinder und der Familienvater wurden in einer Fahrzeugkolonne, bestehend aus mehreren Rettungswagen und Notarztwagen, nach Siegen gebracht.

Nachdem feststand, dass die defekte Heizung Ursache für den Gasaustritt war, konnten die rund 50 Feuerwehrkräfte nach und nach die Einsatzstelle wieder verlassen. Zunächst hatten sie sich mit schwerem Atemschutz ausgerüstet, einen Löschangriff aufgebaut und Messungen durchgeführt. Zum Einsatz kamen neben der Polizei aus Winterberg ebenfalls Mitarbeiter der RWE und ein Schornsteinfeger. Welchen defekt die Heizung genau hatte, die erst vor wenigen Tagen installiert worden war, konnte zunächst noch nicht gesagt werden. Auch zum genauen Zustand der allesamt kritisch verletzten Patienten konnten zunächst keine genaueren Angaben gemacht werden. Einer der Verletzten musste am Vormittag von Siegen aus mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik weiterverlegt werden. Es befand sich später keiner der Patienten mehr in Lebensgefahr, wie es dem Lagebericht der Polizei zu entnehmen war.

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Zuletzt geändert am Donnerstag, den 26. November 2015 um 13:44 Uhr